17.06.2016 | Assekuranz

Versicherer verkennen die Bedeutung des Vertriebskanals Internet

Verbraucher nutzen ganz selbstverständlich das Internet, um mit Versicherern in Kontakt zu treten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Online-Aktivität der deutschen Versicherungsunternehmen bleibt ausbaufähig. Selbst Direktversicherer schöpfen das Potenzial des Internet als Vertriebskanal nicht aus. Dieses Ergebnis liefert die Absolit-Studie "Versicherungen Online“.

Absolit nimmt die Online-Aktivitäten der Versicherungen jährlich unter die Lupe. Ohne Frage nutzen Verbraucher heute ganz selbstverständlich das Internet, um sich über Versicherungen zu informieren. Für Studienleiter Torsten Schwarz ist das Ausmaß, in dem die Unternehmen „den Kopf in den Sand stecken“ deshalb unverständlich. Selbst Direktversicherer sind von seiner Kritik nicht ausgenommen, auch sie würden die Möglichkeiten der Neukundengewinnung nicht ausschöpfen.

Analysiert wurden 40 Assekuranzen auf 24 Kriterien wie Websitebesucher, Suchmaschinenpräsenz oder Social-Media-Aktivität. Registrierten die 40 online-aktivsten deutschen Versicherungen 2015 in Summe noch 72 Millionen Besuche auf ihren Webseiten, so waren es 2016 schon 112 Millionen. Dennoch: Knapp ein Viertel bietet noch immer nicht an, eine Anfrage via Facebook zu stellen. Kleine Versicherungen wie VGH und Mannheimer nutzen Facebook sehr intensiv zur Pflege der Kundenbeziehungen. Ein Drittel der Fans sind hier aktiv – bei großen Versicherungen liegt der Anteil eher bei drei bis vier Prozent. Als „schwer nachvollziehbar zu einer Zeit, in der jeder von Digitalisierung redet“ sieht Schwarz deshalb die Entscheidung von Münchner Verein, eine bestehende Facebook-Seite wieder stillzulegen. Von einer "digitalen Verunsicherung" spricht eine andere Studie. 

Suchmaschinen bleiben für Versicherer wichtig

Die zwei zentralen Wege, neue Interessenten auf die eigene Website zu lotsen, bleiben Suchmaschinen (44 Prozent) und klassische Werbung (38 Prozent). Im Schnitt sind Versicherungen mit 7.000 unterschiedlichen Suchbegriffen in den Top-Positionen von Suchmaschinen. Die besten – R+V, HUK-Coburg und Allianz – stehen mit 27.400 Suchworten bei Google vorne. Das ist wichtig, weil die Suchmaschine Besucher liefert, die ein konkretes Produktinteresse haben. Überraschend: Bis auf Cosmos Direkt, Ergo Direkt und HUK24 sind Direktversicherer in Suchmaschinen wenig präsent.

Die stärksten positiven Veränderungen der Online-Aktivitäten konnten bei VGH, Aachen Münchener, Debeka, Nürnberger und AXA gemessen werden. AXA rückte damit auch erstmals in die Top10-Riege der online-aktivsten Versicherungen vor. Hauptursachen sind 29 Prozent mehr Suchworte, 24 Prozent verbesserte Sichtbarkeit in Suchmaschinen und eine Verdreifachung der Social-Media-Aktivitäten. 

Analysiert wurden die 40 online-aktivsten deutschen Versicherungen.  


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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Database, Online-Marketing

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