25.03.2015 | Serie Social Media Marketing

Twitter Ads: Diese Chancen bieten sie Unternehmen

Serienelemente
Twitter Ads eignen sich gerade für kleinere Unternehmen mit schmalerem Marketing-Budget.
Bild: Felix Beilharz

Seit kurzem sind auch in Deutschland Twitter Ads möglich. Sie eignen sich sehr gut gerade für kleinere Unternehmen, meint unser Gastautor Felix Beilharz. Und bieten ein hervorragendes Targeting. 

Vor wenigen Wochen hat Twitter das hauseigene Anzeigensystem endlich auch in Deutschland freigeschaltet. Jahrelang war der Dienst US-Unternehmen vorbehalten, später dann auch deutschen, sofern eine Adresse in den USA und eine amerikanische Kreditkarte vorlagen. Die Twitter-Anzeigen eignen sich für alle Unternehmen, die Anzeigen buchen wollen, ohne zwingend eine Agentur einschalten zu müssen. Denn die Anzeigen sind, sehr ähnlich zu den Facebook Ads, als Self-Service-System angelegt, können also Schritt für Schritt relativ einfach selbst angelegt werden.

Die Vorteile der Twitter-Anzeigen ähneln entsprechend denen anderer Self-Service-Systeme:

-          Einfache Handhabung

-          Kein Mindestbudget oder Auftragsvolumen

-          Keine Laufzeit, jederzeitige Änderbarkeit

-          Flexible Handhabung

-          Echtzeit-Kontrolle

-          Individuelle Kostenkontrolle durch Angabe von Maximalbudgets und Maximalpreisen

Passgenaues Targeting auf Twitter

Dazu kommen sehr genaue Zielungsmöglichkeiten (Targeting), die ebenfalls mit den Optionen bei Facebook mithalten können. Ob sich Twitter-Anzeigen allerdings für ein Unternehmen eignen, hängt in erster Linie davon ab, ob die Zielgruppe überhaupt bei Twitter aktiv ist. 

Hier liegt der springende Punkt: Während Facebook ein absolutes Massenmedium und für viele Menschen zum zentralen Online-Lebensmittelpunkt geworden ist, fristet Twitter in Deutschland immer noch eher ein Nischendasein. Der "normale Nutzer von nebenan" ist bei Twitter jedenfalls eher selten anzutreffen.

Der Vorteil liegt jedoch ebenfalls in der Zielgruppe des Netzwerks: Viele Blogger, Journalisten und sonstige Multiplikatoren nutzen Twitter für Austausch und Informationssuche. Und die lassen sich dann sehr gut per Twitter-Ads erreichen.

Aktuell können nur Tweets über das System gesponsort werden (die Sponsored Topics in den "Trending Topcis" sind wohl noch den Beta- oder Premiumkunden vorbehalten). Um Twitter-Anzeigen zu schalten, muss also ein Twitter-Account vorliegen, auch wenn das Ziel nur im Generieren von Website-Clicks liegt. Hierin liegt wieder ein Unterschied zu Facebook: Dort können Websites auch ohne Unternehmensseite beworben werden.

Unterschiedliche Ziele können erreicht werden

Die Twitter-Anzeigen können für unterschiedliche Zielsetzungen geschaltet werden und verfügen je nach Zielsetzung über leicht unterschiedliche Schritte im Erstellungsprozess: Follower generieren, Website-Clicks erzeugen, Interaktionen mit Tweets erhöhen, Apps promoten, Leads einsammeln. Die meisten Unternehmen werden wohl erstmal die Möglichkeiten zur Follower-Generierung und zur Trafficsteigerung testen wollen.

Der wahrscheinlich größte Unterschied im Vergleich zu Facebook liegt in der Auswahl der Zielgruppen. Zwar können auch hier Schlagwörter und Interessen targetiert werden. Jedoch lassen sich auch Nutzer ansprechen, die denen bestimmter, frei auswählbarer Twitter-Accounts ähneln. So können Unternehmen zum Beispiel direkt Nutzer ansprechen, die den Followern ihrer Wettbewerber sehr ähnlich sind (oder diese vielleicht sogar darunter? Dazu schweigt Twitter bisher…).

Ähnlich wie bei Facebook können auch bei Twitter "maßgeschneiderte Zielgruppen" genutzt werden (bei Facebook heißt die entsprechende Funktion Custom Audience). Hier können Unternehmen Listen mit E-Mail-Adressen oder Twitter-IDs hochladen sowie ein Retargeting-Pixel einsetzen. Rechtliche Besonderheiten schränken diese großartigen Möglichkeiten in Deutschland allerdings wieder ein.

Eine Besonderheit, die der Second-Screen-Nutzung von Twitter entstammt, ist die Auswahl von TV-Zielgruppen. Damit lassen sich Nutzer targetieren, die sich bisher auf Twitter über ausgewählte TV-Sendungen (zum Beispiel Tatort oder DSDS) unterhalten haben. Twitter ermöglicht sogar die Schaltung von Ads an diese Nutzer erst dann, wenn die nächste Sendung läuft. Aber auch breitere Klassifizierungen wie Nutzer, die mit verschiedenen Sendungen eines Senders oder mit Genres allgemein interagiert haben, sind möglich.

Spitzes Targeting gerade für kleinere Unternehmen

Twitter-Ads liefern zahlreiche Möglichkeiten und eine sehr ausdifferenzierte Anzeigenschaltung gerade auch für kleinere Unternehmen mit eingeschränkten Budgets. Die bisherigen Erfahrungen bezüglich Anzeigenauslieferung und Klickpreisen sind ähnlich positiv wie bei Facebook. Wenn Twitter weiter in Deutschland Fuß fasst, werden Twitter-Anzeigen eine nützliche und sinnvolle Ergänzung der Werbemöglichkeiten im Social Web darstellen.  

Autor:

Felix Beilharz ist Experte für Online- und Social Media Marketing. Er berät und trainiert Unternehmen, Organisationen und öffentliche Einrichtungen und ist als Keynote Speaker europaweit tätig. Er arbeitet als Autor und Co-Autor und ist als Dozent an drei Hochschulen tätig. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel und Videos bei Facebook und in seinem Blog


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Schlagworte zum Thema:  Social Media, Social Media Marketing, Online-Marketing, Twitter

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