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19.12.2014 | Serie Kolumne Alles digital

Digitale Transformation: Die digitale Gesellschaft wird Realität

Serienelemente
"Digitale Unternehmen verstehen sich auf Skalierbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Transparenz in ihrem Handeln."
Bild: Mike Schnoor

Unser Leben ist von digitaler Technologie durchdrungen. In der heutigen Zeit werden analoge Prozesse und gefestigte Strukturen radikal durch die Digitalisierung ersetzt.

Zunehmend bestimmen digitale Innovationen den Alltag vieler Menschen, denn schon alleine ein Smartphone vereint rund 20 einzelne Produkte in einem Endgerät. Selbstfahrende Autos machen in absehbarer Zeit das Taxigeschäft überflüssig. Tragbare Technologien ermöglichen medizinische Echtzeitscans und schon bald retten autonom agierende Dronen bei Herzinfarkten das Leben, indem mobil hinzu geschaltete Notärzte Instruktionen für den Defibrillator-Einsatz per Video erklären. Wirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen sich an den beschleunigenden Veränderungsprozessen und Innovationen orientieren und die digitalen Transformation bewusst vorantreiben. Eine digitale Gesellschaft erfordert dabei den harmonischen Konsens zwischen allen beteiligten Parteien, damit Wirtschaft, Politik und die Bürger gemeinsam nachhaltige Mehrwerte schaffen können.

Verfügbarkeit von Informationen rund um den Globus

Aufgrund der Digitalisierung verkürzt sich die  Marktdurchdringungszeit immer schneller. Produkte veralten rasant, Dienstleistungen stehen im konsequenten Wettbewerb zu aufstrebenden Innovatoren. In allen Wirtschaftsbranchen spüren die Unternehmen den Einfluss der Digitalisierung, denn die Kunden erwarten schon längst ihre  allgegenwärtige Präsenz.  Nicht ohne Grund fordern Nutzer heute den einfachen Zugang zu relevanten Informationen überall auf dem Globus. Absolute Mobilität, permanente Erreichbarkeit und soziale Kompetenz werden den Alltag noch stärker prägen. Die Digitalisierung bietet die Nutzung auf ein exponentielles Datenwachstum und ermöglicht den Zugang zu leistungsfähigen Technologien. Digitale Unternehmen verstehen sich auf Skalierbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Transparenz in ihrem Handeln.

Einzug von Big Data Management in Unternehmen

Sie sehen daher naturgemäß ihre Wertschöpfung im Wachstum der Umsätze und Marktanteile, vertrauen dabei aber auf skalierbare ITK-Infrastrukturen und -Prozesse. Ihren Kunden geben sie einen unbegrenzten digitalen Zugang, damit sie im Gegenzug Daten und Informationen erhalten. Diese Herausforderung müssen sie in Form von Kennzahlen meistern, die in Echtzeit erhoben und ausgewertet werden müssen, um den Kunden mittels Marketing Automation ein maximales Markenerlebnis auf personalisierter und persönlicher Ebene zu bieten. Diese Form der Wandelbarkeit hilft Unternehmen, ihre maximale Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der Kundenbedürfnisse und Umsätze zu steigern, ihre globale Präsenz auszubauen und dabei die Mitarbeiterinteraktionen in Echtzeit zu fördern. Big-Data-Management wird immer stärker seinen Einzug im unternehmerischen Wandel feiern.

Klare Forderungen an die Politik

Nicht nur die Unternehmen müssen dafür umstrukturieren. Hierzulande sollten endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen auf ein digitales Niveau hin angepasst werden: Datenschutz, Sicherheit, Haftung - für die Politik gibt es seit geraumer Zeit klare Forderungen von verschiedensten Anspruchsgruppen, an deren Umsetzung es jedoch trotz einer digitalen Agenda bislang scheitert. Vor allem das Urheberrecht sollte in Form einer Novellierung künftig sowohl die Ansprüche der Künstler als auch die veränderte Mediennutzung und den digitalen Informationskonsum der Konsumenten berücksichtigen. Content und Kommunikation gehen schließlich seit langer Zeit gemeinsame Wege, die auch auf rechtlicher Ebene geebnet werden müssen. Für den Konsum von Inhalten gilt dabei nachwievor: Es darf kein Mehrklassen-Internet geben. Die Netzneutralität muss auch in Zukunft im Sinne des Prinzips eines frei verfügbaren Internets unangetastet bleiben.

Alte Hürden überwinden und Digitalisierung ausbauen

Zudem erfordert die Rechtfertigung von Deutschland als Standort für die Digitalisierung in Europa den Zugang der Bürger zu einem freien WLAN. Bei Bedarf muss ein solcher Access Point an jedem Ort realisierbar sein, falls das mobile Internet keine adäquate Verbindungsgeschwindigkeit zulässt. Der jeweilige Betreiber eines freien WLANs sollte sich nicht mehr vor der Störerhaftung fürchten, denn diese Auffassung wirkt wie ein Jahrhunderte altes Hemmnis. Für dieses Ziel müssen die digitalen Bedürfnisse der Bürger berücksichtigt werden und eine Breitbandanbindung flächendeckend ermöglichen. Der Breitbandausbau muss dabei erschwinglich, finanziell gefördert und konsequent umgesetzt werden. Oben drein müssen staatliche Bildungseinrichtungen auf Open Educational Resources (OER) setzen und Schulfächer im Sinne der digitalen Bildung unserem Nachwuchs zur Verfügung stellen, denn die digitale Wirtschaft bemängelt seit geraumer Zeit den Mangel an Fachkräften. Doch wer schon im Kindesalter die Digitalisierung versteht, sie erlernt und sich mit ihr identifizieren kann, wird Teil einer digital denkenden Avantgarde werden, aus der die gewünschten Fachkräfte hervorgehen könnten.

Digitale Transformation für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

Wir haben die Chance, altgediente Prozesse neu zu erfinden und Unternehmenskulturen anzupassen. Diese Aspekte der digitalen Transformation in Organisationen und Informationsstrukturen werden die Kunden jedoch nicht sofort verstehen. Schließlich interessieren sie sich gar nicht dafür, sondern hoffen vielmehr auf intuitive Lösungen, die ihnen Mehrwerte bieten und nachhaltige Information in Form einer perfekten Dienstleistung bereitstellen. Die Verzahnung des digitalen Wandels auf unternehmerischer Ebene mit den digitalen Workflows auf Seiten der Kunden muss als Ansporn dienen, um Kunden zu gewinnen, sie an sich zu binden und von ihnen empfohlen zu werden. Die Politik muss die Wege dafür ebnen, denn falls wir die Zukunft und Kompetitivität von Deutschland im internationalen Wettbewerb von morgen sicher stellen wollen, sollten diese Anforderungen als Chance und Herausforderung zugleich verstanden werden, die wir nur als Gemeinschaft annehmen und umsetzen können.

Autor:

Mike Schnoor, Jahrgang 1979, ist Kommunikator, Autor, Berater und Impulsgeber für Digital Communication, Marketing, Public Relations und Social Media. Als Herausgeber von #DigiBuzz - Das Magazin für das Digital Business analysiert er aktuelle Trends, neue Ideen und Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft. Folgen Sie @MikeSchnoor bei Twitter und lesen Sie sein Blog.

Haufe Online Redaktion ⁄

Digitalisierung, Mobile Marketing, Big Data, Analytics, Digital, Digitale Wirtschaft

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