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Die Tragweite der digitalen Transformation ist noch nicht erkannt

Vorsicht: Die digitale Transformation ist keine kleine Baustelle.
Bild: PhotoDisc Inc.

Die Erkenntnis, wie weitreichend die digitale Transformation ist, setzt sich nur langsam in den Unternehmen durch. Entsprechend wird das Thema zu selten von höchster Stelle getrieben. Welche Hemmnisse sonst noch aus dem Weg geräumt werden müssen, lesen Sie hier.

16 Prozent der Großunternehmen in Deutschland messen der digitalen Transformation keine oder nur eine untergeordnete Rolle bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Führungskräften und Vorständen unter den rund 2.000 Großunternehmen in Deutschland, welche die Digitalberatung Etventure gemeinsam mit der Gfk Nürnberg durchgeführt hat.

Nur sechs Prozent aller Firmen ab 250 Millionen Euro Umsatz sehen die digitale Transformation heute als wichtigstes Unternehmensthema. Für mehr als ein Drittel gehört sie immerhin zu den Top-3-Themen und für 43 Prozent unter die Top 10 ihrer Agenda.

Immerhin jedes vierte der befragten Großunternehmen gibt an, dass der Stellenwert der digitalen Transformation in den vergangenen 12 Monaten "deutlich gestiegen ist". Ein weiteres Drittel stellt einen "gestiegenen Stellenwert" fest.

Die Hemmnisse der digitalen Transformation

Allerdings: In nicht einmal der Hälfte der Unternehmen wird die Umsetzung der digitalen Transformation durch Mitglieder des Vorstands oder der Geschäftsführung gesteuert. Gründer und Geschäftsführer Philipp Depiereux kommentiert: "Wenn komplette Geschäftsmodelle und -abläufe eines Unternehmens digitalisiert und in Frage gestellt werden sollen, greift das tief in sämtliche Prozesse sowie in die Kultur des Unternehmens ein. Das bedeutet für das Unternehmen: Ist der Vorstand nicht Treiber des Digitalprozesses, wird die digitale Transformation nicht gelingen." Das belegt auch die Studie: Je stärker Vorstände und Geschäftsführer die Digitalisierung steuern, desto häufiger werden erfolgreiche Ergebnisse in den Großunternehmen sichtbar. In etwas mehr als drei Viertel der Unternehmen ist allerdings entweder die hauseigene Unternehmensentwicklung oder die IT-Abteilung mit der Digitalisierung beauftragt.

Diese Fehleinschätzung spiegelt sich auch in den Hemmnissen wieder, die von den Befragten angegeben werden. Mit deutlichem Abstand und 65 Prozent Nennung steht an erster Stelle "die Verteidigung bestehender Strukturen" in den Unternehmen. Je größer die befragten Firmen sind, desto häufiger wird dieser Aspekt angeführt. Als weitere Hürden werden "fehlende Zeit" (54 Prozent) sowie "fehlende Erfahrung" (52 Prozent) genannt. Gut 40 Prozent sagen überdies, dass "notwendige weitreichende und radikale Entscheidungen von den Führungskräften gescheut werden" oder man "zu festgefahren" sei.

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