03.02.2014 | Serie Suchmaschinenoptimierung

SEO für Online-Shops

Serienelemente
SEO für Online-Shops muss sein. Bei der Suchmaschinenoptimierung lauern aber zahlreiche Stolperfallen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Thema E-Commerce boomt und mit diesem auch das Thema Suchmaschinenoptimierung für Online-Shops. Welche Stolpersteine Ihnen bei der Onpage-Optimierung eines Shops begegnen und wie Sie diesen suchmaschinenoptimiert aufsetzen können, erklärt Stephan Czysch, Geschäftsführer der Agentur Trust Agents.

Suchmaschinen haben die Träume vieler Marketingleiter wahr gemacht: Endlich gibt es ein Medium, in welchem potenzielle Kunden aktiv formulieren, wofür sie sich gerade interessieren und aktiv nach (vermeintlichen) Lösungsanbietern Ausschau halten. Diese doch sehr einmalige Konstellation lassen sich Google, Bing und Co. natürlich vergolden und bieten über bezahlte Anzeigen die Möglichkeit, die eigene Werbebotschaft bei der Eingabe von gebuchten Suchanfragen anzuzeigen. Diese sehr effiziente Marketingmöglichkeit lässt sich aber noch weiter verbessern, zumindest für Lösungsanbieter: Denn neben den bezahlten Anzeigen kann man auch kostenlos Suchende auf das eigene Angebot aufmerksam machen. Alles was man dazu benötigt ist eine gute Positionierung, im Idealfall innerhalb der Top3, in der unbezahlten Websuche.

Suchmaschinenoptimierung kurz und knapp

Um auf diese begehrten Plätze zu gelangen, bedarf es harter Arbeit. Suchmaschinen beziehungsweise deren sogenannte Crawler oder Robots durchforsten automatisch das Netz auf der Suche nach neuen Informationen oder auch um zu überprüfen, ob sich an den bereits bekannten Dokumenten etwas verändert hat. Über die unterschiedlichsten Algorithmen und Vorgehensweisen versuchen Suchmaschinen herauszufinden, welche Inhalte auf einer Internetseite dargestellt werden. Hilfreich sind für Suchmaschinen in diesem Zusammenhang beispielsweise HTML-Formatierungen oder die Wörter, mit denen auf eine Seite verwiesen wird. Idealerweise sind dabei die Inhalte eines Dokuments so geschrieben, dass diese die Wörter enthalten, die ein Nutzer eingeben würde, um den Inhalt dieses Dokuments zu beschrieben.

Suchmaschinen sind also auf der Suche nach Seiten, die für die diversen Suchanfragen von Nutzern relevante Inhalte anbieten können. Besonders bei häufig nachgefragten Begrifflichkeiten sind Suchmaschinen in der, man könnte sagen, komfortablen Situation, dass viele unterschiedliche Dokumente grundsätzlich eine Relevanz zur Suchanfrage aufweisen. Was also tun? Wie kann eine Suchmaschine bestimmen, welches dieser Dokument das Relevanteste ist?

Google war bei dieser Frage einer der Vorreiter und betrachtete nicht nur aus dem Dokument gewonnene Signale, sondern schaute sich auch die externe Rezeption eines Dokuments an. Diese Methodik wurde in der Bibliothekswissenschaft bereits seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt und half auch im Netz dabei, die besonders wichtigen Dokumente durch eine Analyse der eingehenden Referenzierungen  zu ermitteln. Mittlerweile sind hier weitere Faktoren mit dazu gekommen und die Annahme, dass das Dokument von oben grüßt, welches die höchste Anzahl an eingehenden Verweisen hat, ist längst überholt.

11 Fallstricke bei der Suchmaschinenoptimierung von Online-Shops

Worauf sollte man achten, um Suchmaschinen möglichst gut aufbereitete Inhalte zur Verfügung zu stellen?

Die Wahl des Shopsystems

Bereits mit der Auswahl des Shopsystems kann man die eigene Suchmaschinenoptimierung erheblich beeinflussen. Viele Shopsysteme brüsten sich damit, dass sie besonders gut auf die Anforderungen von Google und Co. abgestimmt sind – in der Praxis sieht das leider anders aus. Ohne Erweiterungen, entweder gekaufte oder selbst programmierte, kommt man meistens nicht sehr weit.

Eine pauschale Empfehlung hinsichtlich des perfekten Shopsystems zu erteilen ist (leider) unmöglich, da nicht nur alleine SEO das Auswahlkriterium bei der Shopsystemauswahl sein sollte

Die Benennung der Kategorien

Wie würde meine Zielgruppe die in einer Kategorie gruppierten Inhalte benennen? Bereits mit dieser Frage beginnt eine gute Suchmaschinenoptimierung. Das heißt nicht, dass man zum Beispiel in einem Mode-Shop alle Kategorien "Damenjacke", "Damenhose" et cetera benennen sollte – aber zumindest in den HTML-Überschriften und dem Seitentitel sollte das Geschlecht auf seine Erwähnung finden, wenn man sich für „Jacken“ als Kategoriebenennung entschieden hat.

Crawling in den Griff bekommen

Durch eine Vielzahl an Filter- und Sortierungsmöglichkeiten entsteht eine ungemein große Anzahl an URLs, die von Suchmaschinen gecrawlt werden muss. Überlegen Sie sich in der ersten Instanz, welche Inhalte von Suchmaschinen gecrawlt und welche davon wiederum von der Indexierung ausgeschlossen werden sollten.

Aufschluss darüber, welche URLs Google & Co. beim Crawling einer Seite finden, liefern die Google Webmaster Tools sowie natürlich Server-Logfiles. Hier finden Sie dazu mehr Informationen.

Umgang mit Paginierung

Die Paginierung stellt einen ganz besonderen Fallstrick dar, denn in aller Regel werden auf paginierten Seiten "nur" die Produkte ausgetauscht und alle weiteren Seiteninhalte bleiben gleich. Das hat zur Folge, dass mehrere Seiten entstehen, die für dieselben Suchbegriffe relevant sind. Hier empfiehlt es sich, durch den Indexierungsausschluss der paginierten Seiten einen klaren Favoriten, also die erste Seite, zu definieren und mit dem gewünschten Keyword von den paginierten Seiten auf diese Seite zu verweisen.

Einzelne Seiten für jede Produktausprägung

Es gibt einige Produkte, die sich z.B. nur über die Farbe oder die (Speicher-)Größe unterscheiden, ansonsten allerdings vollkommen gleich sind. Überlegen Sie sich, ob Sie für jede dieser Kombinationen eine eigene URL generieren möchten oder die Auswahl von Produktgrößen anders umsetzen können.

Vertrauen auf das Canonical-Tag

Das Canonical-Tag einzusetzen ist grundsätzlich eine gute Entscheidung. Doch bitte bedenken Sie, dass das Tag nur die Symptome heilt und nicht das Problem an sich. Überlegen Sie sich, inwiefern Sie es hinbekommen können, dass doppelte Inhalte erst gar nicht entstehen – dann brauchen Sie auch nicht das Canonical-Tag einzusetzen.

Die Möglichkeiten (und Gefahren) von Mikroformaten unterschätzen

Mit Sicherheit kennen Sie die sogenannten Rich Snippets in der Google-Suche in Form von z.B. Bewertungen, Preisinformationen oder Verfügbarkeiten. Diese Elemente sind ein exzellenter Weg, um die Klickrate zu steigern – präsentieren zudem die Daten wiederum für jede Suchmaschine (und Wettbewerber) einlesbar auf dem Silbertablett.

Dabei darf man nie vergessen, dass diese sichtbar auf der Website dargestellten Daten allerdings auch ohne Mikroformate auslesbar sind. Impulse, wie Sie die Klickrate in der Google-Suche verbessern können, finden Sie unter anderem bei gruenderszene.de.

Einsatz von HTML-Überschriften an der falschen Stelle

Verwenden Sie HTML-Überschriften im Idealfall immer nur an den Stellen, die etwas mit dem Keyword der Seite zu tun haben. Wörter wie „Service“ oder „Versand“, die auf jeder Seite vorkommen, als Überschrift auszuzeichnen, hilft Suchmaschinen nicht bei der Inhaltsidentifikation.

Die Herausforderung des Sortimentswechsel

Im Idealfall setzen Sie bei den Produktbeschreibungen nicht auf die Standardtexte der Hersteller – ansonsten fällt es schwer, Ihren Shop als besonders relevant für diese Inhalte anzusehen. Wenn Sie für jedes Produkt mit Herzblut Inhalte erstellen, tut es natürlich weh, diese bei einem Sortimentswechsel komplett offline zu nehmen. Doch das müssen Sie gar nicht. Überlegen Sie, inwiefern Sie ausverkaufte Produkte dazu verwenden können, auf ähnliche Produkte hinzuweisen und diese Seiten auch in Zukunft erreichbar halten.

Auf Bilderkomprimierung verzichten

Es gibt viele Möglichkeiten um die Ladezeiten einer Seite zu ruinieren – fehlende Bilderkomprimierung gehört definitiv mit dazu. Tools wie Tinypng oder JPEGmini helfen Ihnen dabei, Ihre Bilder auf Dateigrößenschrumpfkur zu schicken – ohne Abstriche bei der Bildqualität eingehen zu müssen.

Mobile-SEO verschlafen

Verzeichnen Sie auch eine steigende Anzahl an Zugriffen von mobilen Geräten? Dann sollten Sie das Thema Mobile-SEO nicht aus den Augen verlieren und frühzeitig Ihren Shop fit für das Thema m-Commerce machen. Worauf Sie bei mobile-SEO achten sollten, erfahren Sie bei gruenderszene.de

 

Über den Autor

Stephan Czysch ist Geschäftsführer der SEO-Agentur Trust Agents aus Berlin. Bei der Leserwahl zur SEO-Agentur des Jahres 2013 von SEO-United belegte die Agentur den ersten Platz. Die Kompetenzschwerpunkte von Trust Agents liegen auf Linkmarketing, technischer Suchmaschinenoptimierung und Content-Marketing.

Haufe Online-Redaktion/ Stephan Czysch, Trust Agents ⁄

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