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Social Media wird für deutsche Unternehmen vom Soll zum Muss

Die deutschen Unternehmen müssen in Sachen Social Media zu Potte kommen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Einsatz von Social Media gewinnt in Deutschlands Unternehmen zunehmend auch außerhalb der Kommunikationsabteilungen an Bedeutung. Kundenservice, Crowd-Sourcing und Open Innovation machen Social Media zum Wertschöpfungsfaktor.

Soziale Medien sind für Deutschlands Unternehmen auf dem Weg vom Soll zum Muss. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bitkom. Demnach setzt fast die Hälfte (47 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland derzeit soziale Medien ein. „Soziale Medien sind in vielen Unternehmen fester Bestandteil der internen und externen Kommunikation geworden", so Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Mit konkreten Auswirkungungen auf die Organisationen: Laut Bitkom-Chef Kempf werden für den Social-Media-Einsatz zunehmend feste Strukturen mit spezialisierten Mitarbeitern und eigenen Budgets geschaffen - und das nicht nur in großen Konzernen, sondern zunehmend auch in kleineren Unternehmen.

Doch warum setzen Unternehmen Social Media überhaupt ein? Als wichtigstes Ziel nennen 82 Prozent die Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Für 72 Prozent steht die Gewinnung neuer Kunden im Vordergrund und für 68 Prozent die Pflege von Kundenbeziehungen. 42 Prozent der Befragten wollen ihr Image verbessern, 23 Prozent neue Mitarbeiter gewinnen und 15 Prozent die Produktentwicklung vorantreiben.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: 63 Prozent der großen Unternehmen verfügen über sogenannte Social Media Guidelines, die Mitarbeitern Richtlinien für die berufliche Nutzung sozialer Medien geben, während es bei den kleinenUnternehmen 19 Prozent sind. Ein Socia Media Monitoring betreiben 48 Prozent der großen, aber nur 10 Prozent der mittelständischen Unternehmen. „Der Mittelstand muss die Organisation seiner Social-Media-Aktivitäten dringend professionalisieren, wenn er das Feld nicht den Großen überlassen will.", forderKempf.

Laut Umfrage sind 38 Prozent aller Unternehmen bislang nicht im Social Web aktiv. Ein Großteil befürchtet, dort seine Zielgruppen nicht zu erreichen. „Dieser Grund erscheint angesichts der weiten Verbreitung sozialer Medien nicht mehr nachvollziehbar", so Kempf. Zudem gebe es nach wie vor rechtliche Bedenken, insbesondere hinsichtlich des Datenschutzes. „Manche Bedenken sind verständlich, aber auch der Verzicht auf den Einsatz sozialer Medien birgt Risiken", so Bitkom-Präsident Kempf. Wer sich den sozialen Medien verschließe, verzichtet bewusst darauf, Einfluss zu nehmen.

Mit der weiteren Verbreitung von sozialen Medien zeichnet sich aus Sicht des Bitkom ein Kulturwandel hin zu offeneren Kommunikationsstrukturen ab. Darüberhinaus entwickelt sich Social Media zu einem wichtigen Wertschöpfungsfaktor. So werden Kontakte in sozialen Netzwerken Teil des alltäglichen Kundenservice. Projekte könnten laut Bitkom über die Grenzen von Abteilungen und Standorte hinweg effizienter realisiert werden. Zudem kann das Social Web genutzt werden, um neue Produkte und Dienste mit Beteiligung der Netzgemeinde zu entwickeln. Gerade dieser letzte Teil - die Intergration von Social Media in die internen Prozesse und Strukturen der Unternehmen - gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aber: Noch nicht alle Unternehmen hätten erkannt, welches Business-Potenzial die sozialen Medien haben. Die Bitkom-Studie „Social Media in deutschen Unternehmen" gibt es hier.

Für die Studie hatte das Marktforschungsunternehmen Techconsult im Auftrag des Bitkom 732 repräsentativ ausgewählte Unternehmen befragt. (kd)

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing

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