| Studie

So denken Entscheider über das Internet

Die digitale Welt ist in den Führungsetagen angekommen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wie denken Entscheider über das Internet? Wem schreiben sie die Verantwortung für die Sicherheit im Netz zu? Diese und weitere Fragen beantwortet eine aktuelle Studie. Ein zentrales Ergebnis: Die Wirtschaft dominiert das Netz.

Für die „Entscheider-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (Divisi) waren mehr als 1.200 Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Öffentlichem Dienst, Medien, Zivilgesellschaft sowie Wissenschaft und Forschung vom Sinus-Institut befragt worden. Während andere Studien die Nutzer in den Fokus rücken, geht es bei der Divisi-Studie um die Sicht der entscheidenden Akteure. Was denken sie über das Internet, die Nutzer und die wesentlichen Spielregeln? Wie werden öffentliche Meinungsbilder geprägt?

Erstmals werden dabei auch die Entscheider einem bestimmten Internet-Milieu zugeordnet, das die grundlegende Haltung gegenüber dem Netz umreißt. Die beiden größten Gruppen bilden demnach mit jeweils 22 Prozent die „Digital Souveränen“ sowie die „Sicherheitsbedachten Postmateriellen“. Erstere zeichnen sich durch eine eher individualistische Grundhaltung aus, während letztere eine offene, aber dennoch kritische Grundhaltung gegenüber dem Internet einnehmen.

Überraschend viele Digital Natives

Bei der der Milieu-Zuordnung der Entscheider ergeben sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erhebliche Unterschiede. Während sich die große Masse in grundsätzlich verschieden denkende Blöcke unterteilt, beginnen sich die Entscheidergruppen langsam aber sicher zu vermischen. Grund: 45 Prozent der Entscheider gehören zur Gruppe der Digital Natives, 38 Prozent gelten als Digital Immigrants und nur 17 Prozent gehören zu den Digital Outsiders. In der Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil derjenigen, die wenig bis gar nichts mit dem Internet anfangen können, hingegen bei 39 Prozent. Damit ist die digitale Welt endgültig in den Führungsetagen angekommen.

Nach Einsicht der meisten Entscheider wird das Internet durch die Wirtschaft dominiert, während die Politik nicht als ein relevanter Akteur wahrgenommen wird. Als bestimmend sehen sie die großen, global agierenden Internet-Dienstanbieter. 70 Prozent schätzen diese Machtkonzentration als Risiko ein. Überhaupt ist die Sicherheit im Netz ein Top Thema: 68 Prozent teilen die Überzeugung, dass technische Systeme keine ausreichende Sicherheit bieten können und ein Restrisiko bleibt. Die Hauptverantwortung sehen sie daher beim Nutzer. Als relevante Ratgeber nennen sie unabhängige Institutionen sowie Experten; kritisch stehen sie hingegen dem deutschen Rechtssystem gegenüber.

Trennung zwischen on- und offline verschwindet

Die Mehrheit der Befragten (64 Prozent) sieht die Trennung zwischen On- und Offline-Welten verschwinden. Technologien werden sich ihrer Ansicht nach so weit vereinfachen, dass zur Nutzung der Geräte immer weniger digitales Grundlagenwissen, Technikverständnis oder Feinmotorik nötig sein wird. Der bewusste Gang ins Internet wird in diesem Szenario obsolet, das Phänomen des real existierenden Offliners „aussterben“.

Schlagworte zum Thema:  Marktforschung, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen