25.01.2012 | Online-Marketing

Studie: Meinungsbildung in Sozialen Netzwerken

Wenn Gleichgesinnte in Social Media miteinander kommunizieren, bleibt die Meinungsvielfalt leicht auf der Strecke. Dies behaupten zumindest Kritiker Sozialer Netzwerke. Dass sie mit dieser Meinung falsch liegen, will der Facebook-Forscher Eytan Bakshy nun anhand einer Studie bewiesen haben.

„Rethinking Information Diversity in Networks“ heißt die Studie von Eytan Bakshy in der es darum geht zu belegen, dass Soziale Netzwerke sehr wohl zur Meinungsvielfalt beitragen. Social Media würden demzufolge die Art und Weise, wie Menschen nach Informationen suchen und diese Verarbeiten, beeinflussen. Während Kritiker fürchten, dies könnte die Meinungsvielfalt langfristig einschränken, ist in den Augen Bakshys genau das Gegenteil der Fall.

Ein Experiment soll seine These belegen: Dazu analysierte er die Linkpraxis von mehr als 250 Millionen Facebok-Mitgliedern. Sein Ziel: Herauszufinden, wie sich Informationen innerhalb des Netzwerks verbreiten und ob Nutzer mit Links, die von engen Freunden stammen anders umgehen als mit jenen, die von weniger engen Kontakten geteilt wurden. Ergebnis: Tatsächlich werden Links enger Kontakte häufiger weiter verbreitet als Inhalte entfernter Bekannter. Geht es jedoch um die Einschätzung nach deren Bedeutung, so verhalte es sich genau umgekehrt. Er beruft sich dabei auf das Modell der sogenannten schwachen Bindungen von Mark Granovetters, wonach Menschen, die lose Kontakte pflegen, einer größeren Meinungsvielfalt ausgesetzt seien und daher durch viele verschiedene Meinungen beeinflusst würden. Die Studie, die bislang nur in einem Online-Magazin namens Slate besprochen wurde, soll in Kürze in einem wissenschaftlichen Fachmagazin publiziert werden. (sas)

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