22.06.2015 | E-Commerce

Der vernetzte Verbraucher: Diese Typen gibt es

Den "einen" Kunden gibt es schon lange nicht mehr.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wie nutzen vernetzte Verbraucher eigentlich das Internet? A.T. Kearney hat nach einer Befragung von 10.000 Onlinern weltweit vier Nutzertypen identifizieret und liefert Tipps für Werbetreibende für deren Ansprache gleich mit.

Die Studienautoren der Unternehmensberatung um Dr. Mirko Warschun, Partner und Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in EMEA, haben vier Verbrauchertypen und ihr Onlineverhalten identifiziert:

  • Transactionals: Zu dieser Gruppe gehören 35 Prozent der deutschen Verbraucher. Sie verbringen zwar nicht besonders viel Zeit online, aber wenn sie im Internet unterwegs sind, dann sehr fokussiert und mit einem klaren Ziel. Sie kaufen lieber on- als offline, dies jedoch in wenigen Produktkategorien. Sie sind empfänglich für das, was in ihren sozialen Netzwerken geschieht.
  • Bricks, no Clicks: 25 Prozent der deutschen Verbraucher sind vergleichsweise wenig vernetzt und erledigen auch wenige Dinge online. Sie haben eine klare Präferenz für stationäre Geschäfte (Bricks = Ziegelsteine) und nutzen Smartphones nur selten. Die Social Media ziehen sie für ihre Kaufentscheidungen nur äußerst selten hinzu.
  • Online Champions: 29 Prozent der deutschen Verbraucher gehen ausgesprochen gerne und oft ins Internet. Sie surfen, nutzen die Social Media und kaufen ein. Von allen Verbrauchern sind sie die intensivsten Smartphone-Nutzer und diejenigen, die die breiteste Produktpalette online bestellen. Soziale Netzwerke beeinflussen ihre Kaufentscheidungen stark.
  • Social Animals: Elf Prozent der deutschen Verbraucher zählen zu dieser Gruppe. Sie sind online, gern in Kontakt mit anderen, genießen Unterhaltung, surfen und nutzen ihre Smartphones. Allerdings: Einkäufe erledigen sie lieber offline, weil sie den sozialen Faktor schätzen.

 

Erfolgsfaktoren für Händler und Markenhersteller

Laut Warschun müssen sich Marketer und Werbetreibende vor allem darauf einstellen, dass sie nicht mehr mit einem Typus Kunden kommunizieren, sondern vielmehr mit einer Vielzahl individueller Kunden, die mal mehr und mal weniger intensiv im Internet unterwegs sind.


Dazu nennt er die zentralen Faktoren:

  • Wertschöpfung an jedem Kontaktpunkt: Erfolgreiche Händler und Markenhersteller verstehen es, jeden Kontaktpunkt mit Konsumenten zur Wertgenerierung zu nutzen und entwickeln Multichannel-Strategien, die den Kundenwert, die Kundenzufriedenheit und die Profitabilität steigern.
  • Personalisierung: Personalisierung hat sich zu einem festen Bestandteil im digitalen Marketing entwickelt. Erfolgreiche Unternehmen verstehen es, die Fülle an verfügbaren Daten zu nutzen, um auf individuelle Kundenbedürfnisse einzugehen.
  • Neues Rollenverständnis für Händler und Hersteller: Das Bedürfnis nach Kontakt, Austausch, Wissen und Komfort hat die Rolle von Markenherstellern und Händlern verändert. Führende Unternehmen adressieren diese Bedürfnisse und bilden Communities. Denn indem man Kunden um gemeinsame Interessen, Ideen oder Werte versammelt, gibt man ihnen einen guten Grund, sich für eine Marke stark zu machen. Führende Player sind außerdem offen für eine Zwei-Wege-Kommunikation und lassen positives wie negatives Verbraucherfeedback zu. Zwar wird der Grundgedanke von "Markenkontrolle“ zunehmend hinfällig. Eine erhöhte Interaktion mit den Kunden kann allerdings auch Kreativität entfachen und letzten Endes Community und Marke bereichern. Schon heute nehmen Unternehmen zudem immer öfter die Rolle von Erziehern und Geschichtenerzählern ein. Dazu nutzen sie zum Beispiel Lehrvideos über ihre Marken oder Anleitungsvideos zur Nutzung ihrer Produkte. Das Erzählen von Geschichten und die Entwicklung von Inhalten gehören zu den wichtigsten Kompetenzen für die Zukunft, denn sie haben das Potenzial, eine langfristige Kundenloyalität zu erzeugen. 

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, E-Commerce, Kundenbindung, Social Media, Mobile Marketing

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