11.06.2015 | Serie Social Media Marketing

Periscope, Meerkat & Co. – Stream dich selbst, sonst streamt dich keiner

Serienelemente
Bewegtbild in Echtzeit: Live Streaming kommt. Es könnte spannend werden.
Bild: Felix Beilharz

Da ist er endlich, der nächste große Trend. Nach Social Networks und Chat-Apps bestimmen aktuell die Live Streaming-Apps die Gespräche auf Social Media Stammtischen und die Tagträume der Social Media Marketer. Was ist davon zu halten? Da ist er endlich, der nächste große Trend. Nach Social Networks und Chat-Apps bestimmen aktuell die Live Streaming-Apps die Gespräche auf Social Media Stammtischen und die Tagträume der Social Media Marketer. "Was ist davon zu halten?", fragt unser Kolumnist Felix Beilharz.

Wenn man sich das Ganze mit etwas Abstand anschaut, ist das mobile Live Streaming tatsächlich der nächste logische Schritt. Denn es vereint quasi alle großen Internet-Trends: Mobile Nutzung überall, Dominanz mobiler Endgeräte, Bewegtbild, Social Media, Selbstdarstellung. Eine Gesellschaft, die spezielle Produkte erfindet, mit denen man bessere Selbstaufnahmen produzieren kann (der Hashtag #selfiestick kratzt gerade an der Millionengrenze auf Instagram), muss früher oder später in der ultimativen Selbstinszenierung münden – dem direkten Übertragen des kompletten Lebens an jeden, den es interessiert.
Soweit, so kritisch. Doch was bedeutet dieser Trend für das Marketing?

Tiefgreifende Änderungen für das Marketing


Vorausgesetzt, dass es sich dabei nicht um einen vorrübergehenden Hype handelt (und die Chancen dafür stehen gut), müssen sich Marketingabteilungen auf tiefgreifende Veränderungen einstellen. Denn viele Unternehmen stoßen bereits mit dem Content Marketing, wie wir es heute betreiben, an Grenzen. Content muss ausgedacht, erarbeitet, produziert, aufgehübscht, in Form gegossen, gesendet, promotet und ausgewertet werden. Egal, ob es sich dabei um einen Blogbeitrag, ein Video oder ein Whitepaper handelt – das kostet schon einiges an Know-how und Ressourcen. Von den häufig schwierigen rechtlichen Freigaben ganz zu schweigen.

Wer hat die Kontrolle?


Wie wird das erst mit dem Live Streaming aussehen? Wenn ein Tweet erst durch das Corporate Wording geprüft und von der Rechtsabteilung freigegeben werden muss, ist das zwar zäh, aber machbar. Bei Live Streams geht das nicht mehr. Was raus ist, ist raus. Das ist bei Live-Übertragungen im Fernsehen manchmal schon problematisch, obwohl dort erfahrene Medien-Profis sitzen, die ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben. Hansi Klickmich von der Likeunsdoch GmbH mit seinem Smartphone wird da auf ganz andere Probleme stoßen.
Nichtsdestotrotz werden wir dieses Prinzip irgendwie beherrschen müssen.

Was raus ist, ist raus.

Unternehmen werden sich im Erstellen und Senden von Medien weiter professionalisieren müssen, wenn sie am Ball bleiben wollen. Denn das Live Streaming bietet enorme Chancen: Mit keinem Medium war jemals ein direkterer Zugang zum Kunden möglich. Das Gefühl des Kunden, mitten im Geschehen zu sein, Teil eines Projekts, eines Events, einer Inszenierung zu sein, war noch nie mit so einfachen Mitteln triggerbar.
Wenn die Hürden gemeistert werden. Da stehen uns spannende Zeiten bevor.

Autor:

Felix Beilharz ist Experte für Online- und Social Media Marketing. Er berät und trainiert Unternehmen, Organisationen und öffentliche Einrichtungen und ist als Keynote Speaker europaweit tätig. Er arbeitet als Autor und Co-Autor und ist als Dozent an drei Hochschulen tätig. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel und Videos bei Facebook und in seinem Blog.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Marketing, Bewegtbild, Social Media Marketing, Online-Marketing

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