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Social Media: Wo 2016 die Prioritäten liegen sollten

Social Media Engagement nach Bauchgefühl war gestern.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine Umfrage im Social Media Excellence Kreis zeigt die Social-Media-Prioritäten für das Jahr 2016 auf. Dabei geht es um die grundsätzliche Strategie in Zeiten der digitalen Transformation, aber auch um ganz konkrete Musts.

Seit sich Akquise- und Verkaufsprozesse ins Internet verlagert haben, müssen Unternehmen sich der Frage stellen, wie sie auch die Social Media nutzen können, um ihre Geschäftsziele zu erreichen. Denn statt auf die Funktion eines reinen Kommunikationstools beschränkt zu sein, ist Social Media mittlerweile zu einem Vertriebskanal und Loyalisierungsinstrument geworden. Es haben sich eine ganze Reihe von Handlungsfeldern herauskristallisiert, in denen Social Media in diesem Jahr einen Geschäftsbeitrag leisten soll.

Die Handlungsfelder im Social Media Marketing

1. KPIs und Benchmarking

Social Media Engagement nach Bauchgefühl war gestern. Heute sind handfeste Kennzahlen zur Erfolgsmessung gefragt. KPIs und Benchmarking sollen dabei helfen, den Erfolg in Social Media sichtbar und vor allem messbar zu machen. Mittels Performance-Metriken lassen sich die unterschiedlichsten Kanäle und Unternehmen miteinander vergleichen. Die Ergebnisse des Benchmarking sind Indikatoren für den Fortschritt und die Erfolge der Social-Media-Aktivitäten und helfen dabei zu erkennen, wie gut einzelne Maßnahmen funktionieren. Woran es bei vielen Unternehmen allerdings in der Umsetzung noch hapert, ist der Bezug von Social-Media-Metriken zum Unternehmenserfolg aufzuweisen. Doch Achtung: Nur weil etwas messbar ist, ist es nicht gleich nützlich.

2. Digitale Transformation

Digitale Transformation bedeutet für Unternehmen einen fundamentalen Wandel. Die Herausforderung besteht darin, Digitalisierung ganzheitlich, tiefgehend und strategisch zu betrachten – vom grundlegenden Geschäftsmodell, über die Veränderung der einzelnen organisatorischen Funktionsbereiche bis hin zu den Dimensionen Kultur, Zusammenarbeit, und Kompetenzmanagement. Bereits bestehende Digitalaktivitäten wie zum Beispiel in Marketing, Vertrieb und Service müssen in ein Gesamtbild eingeordnet werden. Social Media kann in diesem Kontext ein wichtiger Impulsgeber für die digitale Unternehmensstrategie sein. Hierzu muss aber die teilweise taktische Sicht auf Social Media entlang von Posts, Plattformen und Kampagnen auf eine strategische Ebene gehoben werden.

3. Blogger Relations und Influencer Marketing

Sind die Social-Media-Kanäle eines Unternehmens etabliert und das eigene Blog mit einer gut funktionierenden Content-Strategie versorgt, kommen im nächsten Schritt die Blogger oder Influencer Relations ins Spiel. Andere Blogger oder einflussreiche Personen können wichtige und glaubwürdige Markenbotschafter sein, Multiplikatoren und Trendbarometer. Die Schwierigkeit dabei ist jedoch die richtige Ansprache – denn instrumentalisieren lassen sich die sogenannten Influencer nur äußert ungern. Blogger Relations kosten Zeit und Geduld. Doch je stärker Corporate Blogs und Social Media bei Unternehmen zum Einsatz kommen, desto weniger können sie diese Beziehungen auf lange Sicht vernachlässigen.

4. Echtzeit-Updates

Soziale Kanäle wie Twitter, Facebook und Co. sind oft den etablierten Publikationen eine Nasenlänge voraus, wenn es um die Aktualität und Verbreitung von Neuigkeiten geht. Echtzeit-Updates gewinnen daher als Marketingstrategie für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. So können aktuelle Meldungen beispielsweise dazu genutzt werden, relevanten Content für die eigene Zielgruppe zu posten.

5. Personalisierte Werbung

Die Bedürfnisse und Interessen eines Kunden sind die neue Währung im Marketing. Anstatt also Werbung nach dem Zufalls- oder Gießkannenprinzip über soziale Kanäle zu streuen, hilft personalisierte Werbung Unternehmen dabei, ihre Zielgruppe direkt zu adressieren. Idealerweise können so neue Kunden generiert werden. Was zählt ist die langfristige Kundenbindung, die gerade in Zeiten von Media-Overflow und Überangebot immer entscheidender wird.

6. Social CRM

Social CRM, also soziale Kanäle in den Servicedialog zu integrieren, hat sich mittlerweile in Deutschland etabliert. Der Kunde soll, egal über welchen Weg, in Kontakt mit dem Unternehmen treten und Informationen abrufen können. Damit das reibungslos funktioniert, müssen die Social-Media-Kanäle allerdings an die operative Systemlandschaft (wie beispielsweise CRM-Systeme) der Unternehmen angebunden sein. Unternehmen können ihre Kunden so besser verstehen und auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Im Gegenzug können sie das so erlangte Wissen in ihre diversen Marketing- und Vertriebsmaßnahmen einbauen.

7. Eigene Customer Networks

Kundenservice über unternehmenseigene Social-Media-Kanäle liegt definitiv im Trend. Nicht nur, dass Kunden ihn zunehmend erwarten, Kundenservice und Social Media passen auch besonders gut zusammen: Soziale Netzwerke sind geschaffen für den Dialog und die direkte Ansprache, aber auch für den gegenseitigen Austausch von Mitgliedern untereinander. Eigene Plattformen machen unabhängiger von Facebook und Co. und sie können kosteneffizienter sein.

8. Social Sales

Bei Social Selling wird das Potenzial von Social Media wie Linkedin, Facebook, Blogs, Foren und Twitter eingesetzt, um vertriebliche Ansatzpunkte zu identifizieren sowie direkt vertrieblich zu nutzen. Social Media ermöglicht es, potenzielle Neukunden zu gewinnen, Erstkontakte herzustellen, Referenzen für das eigene Unternehmen und Produkt zu bekommen sowie Beziehungen zu vertiefen und bestehende Kunden zu loyalisieren. Die Herausforderung besteht hier häufig darin, das interne Gehör bei den Vertriebsverantwortlichen zu bekommen und Social Media strategisch im Unternehmen neu zu verorten.

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Haufe Online Redaktion/Digital Transformation Group

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