14.06.2012 | Markenführung

Social-Media-Nutzer beschäftigen sich stärker mit Marken

Lange haben die Marketer darauf gewartet, dass die Leute mit Marken interagieren.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ob sich Verbraucher für oder gegen ein Produkt entscheiden, hängt zunehmend von den Bewertungen Anderer in den Social Media ab. Das geht aus einer neuen Studie von Tomorrow Focus Media hervor. Weiteres Ergebnis: Die Nutzer beschäftigen sich mittlerweile stärker mit Marken.

Beinahe 50 Prozent der Social-Media-Nutzer vertrauen demnach den Bewertungen Dritter. Viele suchen explizit nach Informationen in redaktionellen Beiträgen der Online-Magazine (67,4 Prozent), in Vergleichsportalen (61,1 Prozent) oder direkt auf Unternehmens- und Produktwebseiten (50,9 Prozent). Die Hälfte (49,9 Prozent) der Social-Media-Nutzer greift auf User-Berichte in Blogs, Foren oder Communities zurück und schenkt diesen ebenso viel Glauben wie redaktionellen Beiträgen. Den Fanseiten von Unternehmen in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google plus vertrauen hingegen lediglich 28,1 Prozent. Positive Beiträge haben gleich in zweierlei Hinsicht positive Auswirkungen: Sie erhöhen sowohl Kaufbereitschaft (71,6 Prozent) als auch Sympathiewerte (80,7 Prozent).

In der Kategorie „Communities, Foren und Blogs“ ist Gutefrage.net das bekannteste (46,1 Prozent) Netzwerk. 30,5 Prozent kennen wer-weiß-was.de und 27,6 Prozent das Urlaubsportal Holidaycheck.com. Unter den klassischen Sozialen Netzwerken bilden Youtube (81,8 Prozent), Facebook (80,8 Prozent) und Twitter (56,9 Prozent) die Top drei.

Communities, Foren und Blogs befinden sich laut Studie weiterhin auf Wachstumskurs, während die Nutzung von Facebook in den vergangenen zwei Jahren nachgelassen hat (-10,5 Prozent). Die Top-Themen dort sind „Nachrichten“ (53 Prozent), „Computer & Telekommunikation“ (46,3 Prozent) sowie „Bildung“ (40,1 Prozent). Reger Austausch findet aber auch zu den Themenbereichen „Reisen“, „Wohnen & Leben“, „Automobil“ oder „Finanzen“ statt. 

Profilseiten von Produkten gewinnen an Bedeutung

Innerhalb der Sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing & Co. gewinnen Profilseiten von Produkten oder Marken an Bedeutung. Zwar interessieren sich die meisten noch immer für persönliche Nachrichten, die Besuche auf Profilseiten haben sich in den vergangenen zwei Jahren jedoch um satte 537,7 Prozent erhöht. Beinahe ein Viertel (22,5 Prozent) dieser Nutzer gibt an, „sehr häufig“  oder „häufig“  Marken- oder Produktseiten aufzusuchen. Gleiches gilt für Communities, Foren und Blogs: Auch hier stehen zwei der Top3-Tätigkeiten in Zusammenhang mit Marken und Produkten. 68,8 Prozent der Befragten steuern die Seiten sogar gezielt an, um an Informationen zu gelangen. Immerhin 85,5 Prozent sind auf diesem Weg überhaupt schon einmal auf Produkte und Marken aufmerksam geworden.

Damit belegt die Studie, dass User Generated Content wirkt. Die breite Mehrheit (90,7 Prozent) der Befragten nutzt das Internet inzwischen ganz gezielt, 84,3 Prozent lassen sich durch Beiträge in Foren oder Blogs dazu animieren, nach weiteren Informationen über ein Produkt oder eine Marke zu suchen. Fast die Hälfte (47,6 Prozent) wird dabei auch zum aktiven Empfehlungsgeber.

Marken-Posts und –Nachrichten werden gelesen

Die meisten Fans und Follower (87,1 Prozent) geben an, von dem jeweiligen Produkt oder der Marke überzeugt zu sein, 79,6 wollen so ihre Sympathie zum Ausdruck bringen. Aber auch eine breite Mehrheit (64,1 Prozent) erhofft sich, an exklusive Informationen zu gelangen, die ihnen ansonsten vorenthalten blieben. Ihnen geht es aber auch um den aktiven Kontakt mit den Unternehmen. 66,8 Prozent lesen Posts und Nachrichten, 29,6 Prozent teilen ihre Erfahrungen mit Anderen und 26 Prozent kommentieren die Posts. Und noch eine gute Nachricht für Unternehmen: Markenfans bleiben in der Regel treu. Sie bauen auf eine langfristige Verbindung (74 Prozent) und kaufen bevorzugt die gelikten Produkte (59,8 Prozent). Für die Studie waren im April 2012 fast 1.500 Personen befragt worden.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing, Markenführung

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