24.11.2016 | Serie Social Media Marketing

Wie Social SEO wirklich funktioniert

Serienelemente
Facebook Likes und Bewertungen haben durchaus einen SEO-Effekt.
Bild: Screenshot: Felix Beilharz

SEO und Social Media: Das war vor kurzem noch ein heiß diskutiertes Thema. Zwar ist es um Social SEO etwas ruhiger geworden, aber: Shares, Likes und Tweets haben sehr wohl positive Effekte für die Suchmaschinenoptimierung.

In den letzten Jahren ist sehr viel über Social SEO gesprochen und geschrieben worden. Vor allem in den Jahren 2013 bis 2015 galten Social Signals oftmals als Heilsbringer für die Suchmaschinenoptimierung. Google hatte diese Vorstellung damals durch einige Aussagen kräftig gestützt. Mittlerweile ist Ernüchterung eingetreten. Facebook Likes, Tweets und Google+ Klicks scheinen auf das Ranking doch keinen allzu großen Effekt zu haben. Ist Social SEO damit tot?
Nicht ganz. Es gibt durchaus Social Media-Aktivitäten, die einen konkreten und messbaren Einfluss auf das Google-Ranking haben. Ob Shares, Likes und Tweets das Ranking beeinflussen, ist nach wie vor umstritten und ungeklärt. Die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen wirken jedoch eindeutig und unbestreitbar.

Facebook-Bewertungen bei Google

Bewertungen spielen seit je her eine große Rolle im E-Commerce. Viele Kunden lassen sich durch positive Bewertungen zum Kauf überzeugen oder von negativen abschrecken. Die Bewertungssterne im lokalen Google-Ranking kamen bisher ausschließlich von Google-Rezensionen selbst. Doch Google hat mittlerweile auch mitbekommen, dass nur wenige Menschen aktiv bei Google bewerten. Also zieht Google für das lokale Ranking mittlerweile auch Bewertungen von Drittplattformen heran. Und hier seit Kurzem eben auch Facebook. 

Die Facebook-Bewertungen werden als eigenes Feld dargestellt und wirken so entweder abschreckend oder überzeugend, je nach der Gesamtbewertung.
Damit spielt die Facebook-Seite indirekt eine Rolle für die Wahrnehmung des Unternehmens bei Google. Eine Ausrede weniger, Facebook nicht aktiv zu nutzen…

Youtube-Videos bei Google

Auch Youtube kann sich auf das Google-Ranking auswirken. Das gilt zum einen für in Websites eingebettete Videos, wenn dadurch die Verweildauer auf der Seite steigt und die Absprungrate sinkt. Aber das wäre auch bei allen anderen Videos der Fall, die auf einer Website angezeigt werden.
Direkt in die Suchergebnisse zieht sich Google allerdings (fast) ausschließlich Youtube-Videos. Unternehmen haben damit die Chance, neben dem Ranking ihrer eigenen Website auch direkt mit einem Youtube-Video zu ranken, was durch das auffällige Vorschaubildchen die Wahrnehmung und Bekanntheit steigert und zum anderen natürlich auch die Chance auf einen Neukunden erhöht, der vielleicht die gelistete Website übersehen hätte, das Video aber nicht übersehen kann.
Dieser Punkt spricht klar für ein aktives Engagement auf Youtube. Videos, die dort gut gelistet und gut optimiert sind, haben eine realistische Chance, auch im Google-Index direkt aufzutauchen. Für andere Video-Plattformen gilt das übrigens so gut wie nicht – ein Vimeo- oder Myvideo-Film im Google-Index hat Seltenheitswert.

Social SEO: Blogbeiträge ranken gut

Zu den Social Media werden oft auch Blogs gezählt. Und diese haben wahrscheinlich den größten Effekt auf das SEO. Denn ein guter Blogbeitrag ist oft relativ umfangreich, textlastig, aktuell und gut verlinkt – alles Faktoren, die Google als wichtig betrachtet. Wenn ein Unternehmen also regelmäßig hochrelevanten Content im Blog veröffentlicht, wird das nicht nur der Verbreitung auf Facebook & Co. zu Gute kommen, sondern auch und gerade dem Google-Ranking.
Hierbei lohnt es sich, manche Blogbeiträge besonders für Google zu optimieren, und zwar vor allem so genannte „Evergreen“-Beiträge, also Inhalte, die längere Zeit Bestand haben und relevant sind. Der Bericht von der letzten Messe ist ein Inhalt, der sich über Facebook oder LinkedIn gut verbreiten kann, der aber in 6 Monaten niemanden mehr interessiert. Der Artikel über die Geschichte der Heizlüfter, mit historischen Beispielen, Funktionsweisen und Prinzipien, ist auch in 2-3 Jahren noch relevant. Diese Inhalte können keywordfokussiert optimiert werden, um langfristig ein gutes Ranking sicherzustellen.

Rankende Social Media-Auftritte

Die meisten Social Network-Auftritte werden auch von Google erfasst. Unternehmen haben so eine weitere Chance, bei Google gefunden zu werden. Konkret gilt das vor allem für die Suche nach ihrem Firmennamen. Diese Trefferliste zu dominieren sollte eines der obersten Ziele des Reputationsmanagements sein. Unternehmen müssen die Hoheit darüber behalten, was ein Kunde, der nach dem Firmennamen googelt, sieht. Mit aktiven Social Media Profilen gelingt das oft relativ problemlos. So listet Google dann zum Beispiel nach der Website und vielleicht einem Wikipedia-Eintrag auch das Xing-Profil, die Facebook-Seite, den Youtube-Channel und den Slideshare-Auftritt. Das macht ein gutes Bild und drängt vor allem eventuell kritischere Berichte nach hinten ab.
Eingeschränkt gilt das auch für Themen. Teilweise rankt Google nämlich auch direkte Inhalte der Social Networks, also Posts, die von einer Fanpage geschrieben wurden oder Beitrage aus einer Xing-Gruppe. Auch hier entstehen wichtige Effekte, mit denen Unternehmen ihre Sichtbarkeit verbessern und thematisch gefunden werden können.

Backlinks durch Social Media

Der letzte größere Effekt entsteht eigentlich eher indirekt, dafür aber sehr wirksam. Je reichweitenstärker ein Unternehmen im Social Web agiert, desto höher ist auch die Chance, dass zum Beispiel Blogger, Redakteure oder sonstige Multiplikatoren auf den Content aufmerksam werden. Und dadurch springen immer wieder mal hochwertige Backlinks auf die Unternehmenswebsite oder den Blogbeitrag bei rum. Das ist mit Sicherheit der SEO-relevanteste Beitrag, den Social Media Marketing leisten kann, denn Backlinks verbessern das Ranking nicht nur nachgewiesenermaßen, sondern oft auch konkret messbar und vor allem nachhaltig.

Social Media Marketing hat SEO-Effekte

Diese fünf Punkte zeigen, dass Social Media Marketing, richtig angepackt, auch für SEO Auswirkungen haben kann, völlig unabhängig davon, ob Google den Share oder Tweet nun als Rankingsignal wertet oder nicht. Nichtsdestotrotz sollte SEO kein Hauptgrund für den Einsatz von Social Media Marketing sein. Das würde der Wichtigkeit und den Möglichkeiten der sozialen Medien nicht gerecht. Social Media kann so viel mehr als schöne das Google-Ranking verbessern – aber das kann es eben auch.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, SEO, Suchmaschinenoptimierung, Social Media Marketing, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen