10.04.2012 | Online-Marketing

Social Media: KMU verpassen Chancen beim Kundendialog

Obwohl inzwischen auch kleine und mittelständische Unternehmen die Potenziale von Social Media erkannt haben, werden die Vorteile eines Kundendialogs in der virtuellen Welt noch immer unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Hochschule Bremerhaven.

Viele Mittelständler sähen „den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so das Fazit der Studienleiterin Professor Heike Simmet, die für die Social-Media-Studie mehr als 500 kleine und mittelständische Unternehmen befragt hat. Demnach sind die gängigen Plattformen den Unternehmen durchweg bekannt, 75 Prozent setzen Social-Media-Marketing auch ein. Das meistgenutzte Netzwerk ist dabei Facebook (53,9 Prozent), vor Xing (50,8 Prozent), Twitter (35,9 Prozent), Youtube (25,9 Prozent), Blogs (21,4 Prozent) und Linkedin (16,9 Prozent). Google+ spielt mit sechs Prozent bislang kaum eine Rolle. Kaum bekannt sind auch lokale Plattformen wie Qype.

Die Mehrheit (59,2 Prozent volle Zustimmung) erhofft sich durch den Einsatz von Social Media einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz bei der Öffentlichkeitsarbeit. Als weitere Gründe, Soziale Medien zu nutzen, wurden die Steigerung der Bekanntheit (48,7 Prozent volle Zustimmung), Werbung (36,9 Prozent volle Zustimmung) und der Aufbau einer Real-Time-Kommunikation (33,5 Prozent volle Zustimmung) genannt. Dass es dabei mit unregelmäßig veröffentlichten Einträgen nicht getan ist, ist den meisten bewusst: So erfolgt die Aktualisierung der Beiträge bei 41,8 Prozent der Befragten mehrmals in der Woche, 20,7 Prozent stellen sogar täglich neue Inhalte online. Darum kümmern sich zum Teil mehrere Mitarbeiter täglich. 35,5 Prozent der befragten Unternehmen geben den betreffenden Mitarbeitern dazu mindestens 30 Minuten, 39 Prozent sogar bis zu zwei Stunden Zeit. In 15,1 Prozent der Unternehmen sind die Social-Media-Beauftragten sogar zwei bis drei Stunden in den Netzwerken aktiv. Unter denjenigen, die bislang auf den Einsatz von Social Media verzichtet haben, erkennt beinahe die Hälfte (47,3 Prozent) einen Handlungsbedarf. 41,4 Prozent wollen innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate aktiv werden. Dennoch sieht Heike Simmet noch Handlungsbedarf.  So würden Social Media noch viel zu selten auch als lokales Dialog- und Profilierungselemente eingesetzt. Durch den Einsatz lokaler Plattformen wie Qype in Verbindung mit mobilen Apps könnten sie selbst in Nischenpositionen Kundennähe und Serviceorientierung bieten. (sas)

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