22.08.2013 | Marketing

Facebook-Wahlkampf erreicht nicht einmal junge Wähler

Viele High Potentials kennen die Social-Media-Auftritte der Parteien nicht einmal.
Bild: Haufe Online Redaktion

Studenten des Master-Seminars "Politik-Marketing" der Universität Hohenheim haben die Social-Media-Auftritte der Parteien im aktuellen Wahlkampf untersucht. Das Ergebnis dürfte den Parteien kaum gefallen: Der Wahlkampf 2.0 ist nicht einmal bei der internetaffinen Zielgruppe angekommen.

Die Studenten des Seminars, das unter Leitung von Prof. Dr. Markus Voeth stattfand, wollten wissen, wie Parteien bei sogenannten High Potentials zwischen 17 und 30 Jahren ankommen. Diese sind gerade deshalb für die Politik so interessant, weil sie potenzielle Stammwähler und Meinungsführer von morgen sind, erklärt Voeth. Hintergrund der Untersuchung war die Tatsache, dass es für politische Akteure immer schwieriger wird, ein unverwechselbares Profil zu entwickeln und bei der jungen Generation zu punkten.

Für die in der Studie avisierte Zielgruppe sind nicht mehr Fernsehen (82 Prozent) und Zeitung (51 Prozent), sondern das Internet (85 Prozent) Medium Nummer eins wenn es darum geht, sich über Politik zu informieren. Umso überraschter waren die Studenten als sich herausstellte, dass die Social-Media-Auftritte auf Facebook oder Twitter bei der jungen Wählergruppe kaum bekannt sind. Auf einer Skala zwischen eins ("kenne ich überhaupt nicht") bis sieben ("kenne ich sehr gut") wurden die verschiedenen Auftritte zwischen 1,4 (Die Linke) und 2,33 (CDU) bewertet. Selbst die Piratenpartei bildet mit einem Wert von 1,52 keine Ausnahme.

Die Probanden wurden auch gebeten, sich die Facebook- und Twitter-Auftritte der Parteien genauer anzusehen. Ihr Urteil fiel gar nicht einmal so schlecht aus. Die höchste Kompetenz in Sachen Social Media wurde erwartungsgemäß der Piratenpartei bescheinigt. Auf der hier angelegten Bewertungsskala von eins ("trifft überhaupt nicht zu") bis sieben ("trifft voll zu") erzielt sie eine 5,2. Dahinter folgen die Grünen (4,51) sowie CDU, FDP und SPD (jeweils 4,3). Die Linke erreicht nur einen Wert von 3,7. Generell waren die 814 Probanden von der Aktualität der Angebote angetan.

Schlagworte zum Thema:  Kundenbindung, Social Media, Online-Marketing

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