25.04.2012 | Interview mit Uwe Knaus

"Engagement in den Social Media fördern"

"Keine Vorschriften, sondern Empfehlungen."
Bild: Daimler AG

Social-Media-Guidelines sollen Mitarbeiter darüber informieren, wie sie soziale Netzwerke beruflich nutzen können. Im Gespräch mit acquisa klärt Uwe Knaus, Manager Corporate Blogging & Social Media Strategy Communications bei der Daimler AG, wie eine gute Guideline aussehen sollte.

acquisa: Welche Rolle spielen Social-Media-Guidelines für Daimler?

Uwe Knaus: Mit mehr als 160.000 Mitarbeitern in Deutschland ist die Daimler-Belegschaft ein ungefähres Spiegelbild der Gesellschaft. Daher ist es auch im Interesse von Daimler, das Engagement unserer Mitarbeiter im Bereich Social Media zu fördern. Allerdings stellten wir fest, dass es im Umgang mit diesen neuen Kommunikationsmöglichkeiten Unsicherheiten gab. Um über die Möglichkeiten und Risiken der beruflichen Nutzung zu informieren, haben wir bereits vor zwei Jahren Hinweise in Form von Social-Media-Guidelines zusammengestellt.

acquisa: Sind dies Handlungsempfehlungen oder eher verbindliche Vorgaben?

Knaus: Inhaltlich erinnern unsere Guidelines an das, was allen Mitarbeitern für andere Kommunikationsarenen bereits bekannt ist; beispielsweise auch an die Einschränkungen, die ihnen der Arbeitsvertrag auferlegt, wenn sie mit anderen über ihre Tätigkeit bei Daimler reden. Zusätzlich geben sie Tipps, wie sich Mitarbeiter sicher und angemessen in sozialen Medien bewegen können und orientieren sich somit an dem, was Onliner als Netiquette kennen. Insgesamt zehn kurze Hinweise haben wir zusammengestellt – keine Vorschriften, sondern Empfehlungen.

acquisa: Welche Fallstricke gilt es bei der Ausarbeitung solcher Social-Media-Guidelines zu vermeiden?

Knaus: Abhängig von der Zielsetzung sollten Unternehmen überlegen, inwieweit sie Verbote, Vorgaben oder Empfehlungen formulieren wollen. Wird das Internet als hierarchiefreie Wissensquelle gesehen, empfiehlt es sich, die Mitarbeiter zu motivieren, in Social Media aktiv zu sein, um dort nützliche Anregungen für ihre Arbeit zu finden oder mit ihrem Expertenwissen Diskussionen im Sinne des Unternehmens zu bereichern. Verbote und Vorschriften würden hier wenig helfen.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing

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