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Social-Media-Aktivitäten von Unternehmen zielen oft am Kunden vorbei

Viele Social-Media-Maßnahmen dürften derzeit ihr Ziel verfehlen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Sozialen Netzwerke, in denen sich Unternehmen engagieren, stimmen oft nicht mit den Präferenzen der Kunden überein. Dies geht aus einer internationalen Umfrage von Vanson Bourne im Auftrag von Pitney Bowes Software hervor. Und es gibt weitere Missverständnisse zwischen Marketing und Kunden.

Bei Kunden wie Marketingstrategen steht Facebook laut Studie gleichermaßen hoch im Kurs und wurde von beiden Gruppen am häufigsten genannt. 84 Prozent der Marketingstrategen nutzen Facebook zu Marketingzwecken, und die Website ist gleichzeitig das mit Abstand beliebteste soziale Netzwerk bei den Kunden. Bei den Marketern rangieren auf den Plätzen zwei bis vier Twitter (57 Prozent), Google+ (51 Prozent) sowie Linkedin (50 Prozent). Bei den Kunden steht Youtube gegenüber Twitter und Google+ jedoch deutlich höher im Kurs. Die Videoplattform wird bei den Marketingstrategen aber erst an fünfter Stelle genannt. Für Deutschland besonders interessant: Stayfriends wird hinter Facebook und Youtube an dritter Stelle genannt. 31 Prozent der befragten Kunden gaben an, die Seite zu nutzen. Bei den Marketern hierzulande kam die Website auf gerade mal vier Prozent.

Doch es scheint noch weitere Missverständnisse zu geben: Während drei Viertel der Entscheider der Auffassung sind, dass die Kunden dem Marketing in Sozialen Netzwerken positiv gegenüberstehen, gibt es bei den Kunden doch noch ein gehörige Skepsis. Sie bevorzugen die Empfehlungen zu Produkten oder Marken, die sie über ihre sozialen Kontakte erhalten, statt auf Werbeanzeigen zu klicken. Nur ein Viertel (26 Prozent) nutzt soziale Netzwerke für Kontakte zu Unternehmen und ganze 65 Prozent würden sich beim Kauf gegen ein Unternehmen entscheiden, dass in den Social Media ein unpassendes Werbeverhalten an den Tag legt. Etwas besser sieht es bei Werbemaßnahmen von Unternehmen aus, denen die Kunden explizit folgen: Nur 18 Prozent lehnen solche Botschaften rundweg ab.

Positiv anzumerken ist auch, dass sich die Marketingstrategen in allen Ländern darüber im Klaren sind, dass ihre Kunden am ehesten auf Gutscheine (74 Prozent), Geschenke (66 Prozent) und Mitteilungen zu Verkaufsaktionen bzw. Veranstaltungen (57 prozent) reagieren. Dies sieht auch die Kundenseite so. Interessant ist jedoch, dass diese Maßnahmen ganz unten auf der Liste der derzeit eingesetzten Maßnahmen stehen – sie werden laut Pitney Bowes nicht einmal von jedem Zehnten genannt.

Auch zur Erfolgsmessung wurden Daten erhoben: Zwar stufen zwei Drittel der befragten Personen ihre Kampagnen als wirksam ein, jedoch ist insgesamt nur ein Drittel zuversichtlich, eine Verbindung zwischen den Ausgaben für Social Media und der Rentabilität dieser Maßnahmen herstellen zu können. Ein weiteres knappes Drittel gibt zu, dass die eigenen Messverfahren lückenhaft sind, und 36 Prozent räumen ein, dass sie überhaupt keine derartigen Verfahren einsetzen.

Für die Studie wurden 3.000 Erwachsene und 300 Marketing-Führungskräfte aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing

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