02.12.2014 | Social Media

Jugendliche verlieren Interesse an Facebook

Schon 12-Jährige besitzen ein Smartphone - in der Regel ein Neugerät.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

12- bis 19-Jährige Jugendliche in Deutschland verlieren offenbar das Interesse an Facebook. Laut Jim-Studie nutzen nur noch 73 Prozent in dieser Altersgruppe das soziale Netzwerk. Im vergangenen Jahr waren es noch 83 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang der Facebook-Nutzung bei den 12- bis 13-Jährigen: In dieser Altersgruppe kommuniziert nur noch ein Drittel (34 Prozent) über das soziale Netzwerk. Im vergangenen Jahr hatte der Anteil bei 54 Prozent gelegen.

Zwar bleibt Facebook unter den Jugendlichen immer noch an der Spitze aller Social Media (69 Prozent), andere holen jedoch auf. Deutliche Zuwächse verzeichnen Instagram und Whatsapp. Während die Nutzung von Instagram innerhalb des vergangenen Jahres von zwei auf 13 Prozent gestiegen ist, hat der Messenger-Dienst von drei auf elf Prozent zugelegt. Das gestiegene Interesse an Whatsapp und Instagram kann Facebook aber verkraften, schließlich gehören ihm beide Dienste. Insofern handelt es sich eher um Verschiebungen innerhalb des Facebook-Universums als um eine radikale Abkehr vom Netzwerk. Mehr dazu in acquisa 1/2015.

Veränderungen zeigen sich auch bei der Art der Nutzung sozialer Netzwerke: Es werden weniger Nachrichten verschickt (2014: 69 Prozent; 2013: 82 Prozent), es wird weniger gechattet (2014: 67 Prozent; 2013: 76 Prozent) und selbst der Gefällt-mir-Button ist in der Gunst der Jugendlichen gesunken (2014: 64 Prozent; 2013: 69 Prozent).

Überraschend selbstkritisch

Der Besitz eines Mobiltelefons ist Standard. 97 Prozent der Jugendlichen verfügen über ein Handy oder Smartphone. In den vergangenen vier Jahren ist der Anteil der Smartphones unter den Mobiltelefonen allerdings deutlich angestiegen. Hatte 2010 nur etwa jeder Siebte ein eigenes Smartphone, sind es inzwischen bereits 88 Prozent. In den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht etwa um ein ausrangiertes Gerät der Eltern; im Durchschnitt sind die Geräte gerade einmal 16 Monate alt, unter den 12- und 13-Jährigen gibt sogar fast die Hälfte an, dass es nicht einmal ein Jahr alt ist.

Trotz des jungen Alters der Studienteilnehmer, sehen diese ihre Nutzung durchaus selbstkritisch. 71 Prozent sind sich der Tatsache bewusst, dass sie mitunter ihre Zeit mit Apps und Communities verschwenden.

Für die Studie "Jugend, Information, (Multi-) Media (Jim) 2014" des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest wurden 1.200 Mädchen und Jungen zwischen 12 und 19 Jahren befragt. 

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Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing, Kundenbindung

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