| Studie

So weit ist Deutschland mit der Digitalisierung

Nur Wenige können sich vorstellen, bald eine Smartwatch zu besitzen.
Bild: Samsung

Das Beratungsunternehmen Pwc hat den Digitalisierungsgrad der Bundesrepublik ermittelt. Bis zum vollständig digitalisierten Bürger ist es demnach noch ein langer Weg. Die Unternehmen sind hingegen schon einige Schritte weiter. 

Laut "Pwc Digitalisierungsbarometer 2014" erreicht der Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung 40 Prozent. Unternehmen sind mit 66 Prozent bereits deutlich weiter. Rund die Hälfte der Unternehmen hat eine Strategie entwickelt, um digitale Technologien in das eigene Geschäftsmodell zu integrieren; der Umgang mit Data Analytics und Social Media ist für die meisten selbstverständlich.

Bis zum vollständig digitalisierten Bürger sei es noch ein langer Weg, sagt der Telekommunikationsexperte Roman Friedrich. Konkret heißt dies: Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger nutzen zwar ein Smartphone und gehen damit auch ins Internet. Fast jeder Zweite besitzt einen Social-Media-Account und auch mit Onlineshopping kennt sich die Mehrheit aus. Dennoch lässt die Akzeptanz für neue digitale Innovationen noch zu wünschen übrig. Die Mehrheit kann sich nicht vorstellen, jemals eine Datenbrille oder eine Smartwatch zu kaufen; an der Kasse wird noch immer meist der Geldbeutel gezückt statt mobile Bezahlsysteme zu verwenden. 63 Prozent bevorzugen die Printversion einer Zeitung oder Zeitschrift.

Unternehmen müssten daher die Aufgabe übernehmen, Kunden den Nutzen neuer Technologien aufzuzeigen, so Friedrich. Denn mehr als die Hälfte verfolgt die Entwicklungen, will stets auf dem neuesten Stand sein. Und eines machen die Unternehmen bereits richtig: Sie binden Mitarbeiter und Kunden in die Entwicklung neuer Produkte ein. Die Mehrheit (65 Prozent) setzt zudem auf Social Media, um Informationen über Kunden zu gewinnen und sich mit ihnen auszutauschen. Weitere 55 Prozent nutzen immerhin bereits Data Analytics, so dass nur knapp weniger (52 Prozent) bereits heute in der Lage sind, Kundenprofile auf Basis von Analysen des Kundenverhaltens zu erstellen.

Eine Schwäche der Unternehmen liegt hingegen in der Vertriebsstruktur. Noch immer konzentrieren sich zu viele auf einen einzigen Absatzweg oder verkaufen über mehrere Kanäle, die jedoch nicht miteinander verknüpft sind. Eine Crosschannel-Lösung besitzen nur 14 Prozent der Firmen.

Für die repräsentative Untersuchung wurden 1.000 Bundesbürger sowie 220 Unternehmer befragt. Die Beurteilung des Reifegrads erfolgte anhand von vier Entwicklungsphasen, die durch ein Punktesystem ermittelt wurden.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Online-Marketing, Analytics, Big Data, Social Media, Multichannel

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