11.08.2015 | Top-Thema So verbessern Sie die User Experience im E-Commerce

Ausrichtung auf spezielle Persönlichkeitsmerkmale

Kapitel
Jeder Jeck ist anders - er schätzt aber auch Routinen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Es ist wichtig, sich über seine potenziellen Kunden Gedanken zu machen. Es gibt keine Gestaltung, die bei jeder Zielgruppe funktioniert, aber es ist auch sinnvoll, gelernte Muster nicht komplett zu vernachlässigen.

Persönlichkeiten und Zielgruppen

Neben den auf nahezu alle Besucher zutreffenden Erwartungen und Verhaltensweisen können Aufbau und Gestaltung des Shops auch auf spezielle Persönlichkeitsmerkmale ausgerichtet sein, um das Nutzererlebnis weiter zu optimieren. Nutzer lassen sich dazu in drei grobe Gruppen einteilen: Die Nutzer mit einer faktischen Ausprägung, die mit einer experimentellen und jene mit einer strukturellen Ausprägung.

Die Nutzer mit einer faktischen Ausprägung werden eher von Zahlen angesprochen. Sie fühlen sich in einer klaren Gestaltung wohl und wollen präzise Angaben. Nutzer, die eher experimentell orientiert sind, interessieren sich für das große Ganze, für eine Idee oder Vision, die hinter einem Produkt steckt. Das könnte zum Beispiel die Geschichte eines Unternehmens sein. Die dritte Gruppe, Nutzer mit einer strukturellen Ausprägung, möchten Sicherheit. Sie suchen nach Hinweisen, die ihre Entscheidung bestätigen. Das können zum Beispiel Qualitäts- und Prüfsiegel oder auch Kundenbewertungen sein. Anhand der Zielgruppen und der erstellten Personas lässt sich mit einiger Sicherheit sagen, welcher Art die Besucher des Shops sein werden. Dementsprechend sollten die Seite und ihr Inhalt gestaltet sein. So können zum Beispiel auf einer Produktseite sehr detaillierte Fakten zum Produkt stehen, um Nutzer mit einer faktischen Ausprägung anzusprechen. Wenn aber die Zielgruppenanalyse sagt das es eher Nutzer mit einer experimentellen Ausprägung sein werden, ist es ratsamer den Inhalt der Seite für dieses Persönlichkeitsmerkmal zu gestalten. Das könnte zum Beispiel über ein Video geschehen, das die Entstehung des Produktes zeigt, dessen Geschichte und das Engagement der hinter der Entwicklung stehenden Menschen.

Fazit

Man sieht, wie wichtig es ist, sich über die potenziellen Kunden Gedanken zu machen, und wie sich Inhalt und Gestaltung  danach richten müssen. Es gibt keine Gestaltung, die bei jeder Zielgruppe funktioniert und es ist sinnvoll, gelernte Muster nicht komplett zu vernachlässigen. Aber je genauer wir die Besucher charakterisieren, desto passender kann das Angebot gestaltet werden und umso eher wird der Besucher kaufen. Wenn wir die mentalen Muster unserer Kunden erkennen und nutzen, ist es möglich, deren Verhalten sehr genau zu steuern, ihre Erwartungen zu erfüllen oder sie auch zu überraschen und so positiv in Erinnerung zu bleiben. Zusammenfassend kann man sagen: Schon bei der Planung eines Online-Projektes ist es extrem wichtig, die Zielgruppe möglichst genau zu kennen und deren psychologische Muster zu verstehen. Als Grundlage muss ein funktionierendes System vorhanden sein, das keine technischen Mängel hat und auch keine Usability-Hürden beinhaltet. Über diese Basis kann eine erfolgreiche Erlebniswelt für den Besucher geschaffen werden, die ihn anspricht und positiv in Erinnerung bleibt.

Autor: Jörg Dittmann, Head of User Experience bei Netz98

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Versandhandel, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen