05.11.2012 | Top-Thema So optimieren Sie gezielt Ihre Website

Verbesserungsvorschläge entwickeln, testen und umsetzen

Kapitel
Variantentests sind unerlässlich.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Hat der Website-Betreiber eine Hypothese bestätigt, muss er Ideen für mögliche Änderungen, sogenannte Varianten, entwickeln und diese natürlich auch testen.

Hat er zum Beispiel herausgefunden, dass die Nutzer auf einer Seite tatsächlich einen Interaktionsbutton übersehen haben und deswegen vermehrt abbrechen, kann er den Button etwa hinsichtlich Farbe, Position, Größe, Bezeichnung oder Form verändern. Die Varianten müssen dann getestet werden, um die beste zu identifizieren – mindestens jedoch eine neue Variante gegen die bisherige Lösung. Dafür gibt es spezielle Software-Lösungen. Man unterscheidet Lösungen für A/B/N-Testing, bei denen nur ein Element einer Webseite bzw. eine ganze Seite in mehreren Varianten getestet werden, und Lösungen für multivariates Testing, bei denen mehrere Elemente in verschiedenen Varianten gleichzeitig getestet werden. Wichtig ist, dass die Varianten stark differieren und sich an der Kernzielgruppe orientieren. Kann der Website-Betreiber aufgrund des großen Aufwands nur eine Variante entwickeln, kann er statt einer speziellen Testing-Software auch seine Webanalyse-Lösung verwenden. Will er seine Varianten dagegen auf Click-Dummies testen, also mit simulierten Funktionen ohne aufwendige Implementierung in die echte Website, sind Labortests mit Probanden sehr hilfreich. Generell liefern spezielle Testing-Lösungen und Labortests umfassendere Testmöglichkeiten als die Webanalyse. Allerdings erfordert beides zusätzliche zeitliche und finanzielle Ressourcen. Die Kosten für professionelle multivariate Tests beispielsweise beginnen in der Regel bei 50.000 Euro pro Jahr.
Generell ist eine technische Herangehensweise meist zu bevorzugen, wenn schon eine Website mit Traffic existiert. Befindet sich eine Präsenz erst in der Konzeptionsphase, empfiehlt sich der Gang ins Usability-Labor. Unabhängig davon, ob man sich bei der Optimierung des Nutzererlebnisses für eine technische oder eine beratende Vorgehensweise oder für eine Kombination beider Methoden entscheidet, zwei Aspekte sind ausschlaggebend: Zum einen muss strategisch vorgegangen und die Reihenfolge der Methoden und Werkzeuge eingehalten werden. Zum anderen ist Kontinuität unabdingbar. Denn die Erwartungen der Nutzer ändern sich: Wer stagniert, verliert – Kunden.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, E-Commerce

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