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So gelingt Führung in der digitalen Transformation

Leadership in digitalen Zeiten sieht irgendwie anders aus.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Management-Experte Franz Kühmayer zeigt im "Leadership Report 2016" des Zukunftsinstituts die wichtigsten Trends in Sachen Führung auf: Crazy Responsibility, Enabling Leadership und Antiwork.

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung - die langsam aber sicher eine Disruption wird - auf Unternehmen, Mitarbeiter und Führungskräfte? Um Disruptionen in Unternehmen als Chance zu nutzen, muss die Digitalisierung zunächst einmal zur Chefsache erklärt werden. Denn sie ist viel grundlegender als wir uns heute vorstellen können.

Digital Leadership hat in diesem Kontext das Ziel, die Kompetenzen von Mitarbeitern zu stärken und eine digitale Unternehmenskultur zu etablieren. Und den Trend zu moderieren, dass immer mehr bisherige Jobs von Computern übernommen werden können.

Die Trends im Leadership

Crazy Responsibility: Unternehmen suchen immer mehr innovative Querdenker. Denn damit Zukunft gelingen kann, ist weniger Struktur- und Sicherheitsdenken und mehr Mut zur Freiheit vonnöten. Denn Mut ist die wichtigste Voraussetzung für eine offene Intrapreneurship-Kultur. Dazu gehören Rahmenbedingungen und Anreize, wie echte Vorbilder, mehr Fehlertoleranz, eine finanzielle und organisatorische Infrastruktur – und vor allem ein umfassendes Verständnis von Innovation und Innovationssystemen. Es ist höchste Zeit für Führungskräfte, ein Klima zu schaffen, in dem die Zukunft wieder spannend und nicht bedrohlich wirkt.

Enabling Leadership: Führungsarbeit hat künftig mehr mit Navigieren als mit Steuern zu tun. Unternehmen werden nicht mehr geführt, indem an der Spitze der Kapitän und seine Brücken-Crew den Blick in die Zukunft richten und das Ruder fest in der Hand haben. Stattdessen müssen Führungskräfte organisatorisch und inhaltlich Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Mitarbeiter selbst organisieren können: Leadership bedeutet Ermöglichen. Dieses Ermöglichen steht im Mittelpunkt.

Antiwork: Antiwork stellt das Prinzip der Arbeit von Grund auf in Frage. Soziales Engagement und Volunteering bereichert das Leben von immer mehr Menschen und stärkt die Gesellschaft – viel mehr, als es "normale" Jobs tun. Antiwork entsteht dort, wo Tätigkeit und Muße, Engagement und Talent ineinander übergehen, wo Arbeit Kontemplation wird und sich von den Gesetzen des Geldes verabschiedet. Das Prinzip der selbstbestimmten Arbeit lässt Menschen Verantwortung übernehmen, aber auch darüber nachdenken, wer sie sein wollen. So wird Arbeit wieder zu einer ganzheitlichen Tätigkeit. Antiwork als Trend ist laut Kühmayer als eine moralische Alternative zur vorherrschenden Job-Obsession zu verstehen.

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