Klassische Banken sind nicht nur im Stadtbild sichtbar(er). Bild: Andreas Teichmann Fotografie

Banken vs. Fintechs – geht es um Digitalisierung, haben die neuen Player klar die Nase vorn. Vergleicht man jedoch die Sichtbarkeit im Web, sieht es noch anders aus. So das Ergebnis einer Studie von Faktenkontor und Ubermetrics Technologies.

Laut Studie "So gefährlich sind Fintechs für Banken“ werden traditionelle Geldhäuser und Sparkassen im Schnitt 70 Mal häufiger in Online-Artikeln und Posts erwähnt. Gleichzeitig werden diese Beiträge auch deutlich häufiger verlinkt, kommentiert und retweetet. So wurden rund elf Prozent aller Texte und Tweets, in denen eine der untersuchten Banken erwähnt wurde, von Usern kommentiert oder durch Backlinks und Retweets verbreitet. Bei Fintechs findet sich eine ähnliche Viralität nur bei gut acht Prozent der Nennungen.

Banken vs. Fintechs: Alteingesessene Geldhäuser auch bei redaktionellen Inhalten vorn

In journalistischen Nachrichtenportalen werden klassische Finanzdienstleister deutlich häufiger erwähnt als Fintechs: 38 Prozent der Nennungen bei Banken und 22 Prozent bei Sparkassen entfallen auf Webseiten mit redaktionellen Inhalten. Bei den Fintechs sind es hingegen nur zehn Prozent. Ein weiterer Vorteil, weil diese Texte auch häufiger kommentiert und weiterverbreitet werden als Tweets.

Schaut man sich die einzelnen Bankhäuser genauer an, fällt auf, dass die meisten Nennungen auf die zwei großen Institute Deutsche Bank (64.860 Nennungen) und Commerzbank (44.822 Nennungen) entfallen. Mit mittelgroßen Banken können immerhin einige Fintechs in Sachen Websichtbarkeit gut mithalten. Und eine sticht besonders hervor: N26. Auf den Anbieter von Smartphone-optimierten Girokonten entfallen mit 6.127 Nennungen fast doppelt so viele wie auf die ING-Diba mit 3.295. Außerdem wird das 2013 gegründete Fintech-Unternehmen in etwa gleich häufig auf redaktionellen Nachrichtenportalen genannt wie die fünf untersuchten Sparkassen zusammen.

Fintechs holen auf

Noch hätten die traditionellen Bankhäuser die Nase vorn, sagt Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter von Faktenkontor. Das Beispiel N26 zeige jedoch, dass gefestigte Fintechs mit etablierten Banken mithalten und sie sogar überholen können. Gerade mittelgroße klassische Finanzdienstleister müssten dieser kommunikativen Herausforderung aktiv begegnen, um nicht nach und nach verdrängt zu werden.

Für die Studie wurden 150.000 Nennungen aus mehr als 400 Millionen öffentlichen Internet-Quellen zu vier Banken, fünf Sparkassen und 149 Fintechs erfasst und ausgewertet.

So digitalisiert ist der Bankkunde von heute

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Finanzwirtschaft, Kundenbindung

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