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Was Google mit "Penguin 4.0" wirklich will

Das neue Google-Update verändert den Kern des Suchalgorithmus.
Bild: Michael Bamberger

Der Pinguin ist aus dem Sack: Google bestätigt ein neues Update am Google Core-Algorithmus mit dem berüchtigten Namen "Penguin". Tatsächlich könnte das Update eine der größten Änderungen seit Langem sein - mit gravierenden Konsequenzen für alle Seitenbetreiber. Wir verraten, was es mit Penguin 4.0 auf sich hat und was Google damit bezwecken will.

Für was "Penguin" steht

Die Geburtsstunde des Pinguins ist 2012, genauer gesagt der 24. April. Auch wenn laut Google initial nur 3,1 Prozent der Suchanfragen betroffen waren, spürten Webmaster in der ganzen Welt die Auswirkungen sehr schnell. Das primäre Ziel von "Penguin" war es, unnatürliche Linkmuster zu erkennen und entsprechende Seiten, die vorher davon profitiert hatten, abzustufen. Bis heute ist der Name Penguin eng mit dem Thema Links und Linkbuilding verknüpft. Weniger bekannt ist, dass das Update auch gegen übertrieben OnPage-Optimierung eingesetzt wurde. Überoptimierte Landingpages und Seiten, die zu sehr auf Keyword-Stuffing gesetzt hatten, waren ebenfalls auf Googles Zielscheibe gelandet. In den folgenden Jahren verfeinerte Google das Penguin-Update immer weiter. Die eigentliche Absicht - Überoptimierung einen Riegel vorzuschieben - blieb aber gleich.

Was das neue Penguin-Update 4.0 bringt

Wie schon das Google-Update "Panda" ist "Penguin" nun Teil des Kernalgorithmus und betrifft alle Sprachen. Die zentralen Änderungen in der Übersicht:

  • Penguin nun in Echtzeit

Das bisherige Problem von Penguin war, dass betroffene Seiten nur nach und nach überprüft wurden. Sichtbare Änderungen konnten so längere Zeit benötigen. Mit Penguin 4.0 arbeitet der Algorithmus nun aber in Echtzeit. Seitenbetreiber müssen also nicht wochenlang auf die nächste Penguin-Überprüfung warten, sondern können die Auswirkungen beim nächsten Besuch des Google-Crawlers sehen.

  • Änderungen werden nicht mehr kommuniziert

Da Penguin nun im Kern des Google-Algorithmus' integriert ist, können Änderungen daran direkt vorgenommen werden. Google hat angekündigt, entsprechenden Änderungen deswegen nicht mehr anzukündigen.

  • Google arbeitet nun vermehrt granular

Bisher kam es nicht selten vor, dass bei "Spam" (sei es durch Keyword-Stuffing oder Linkspam) die gesamte Website abgestraft wurde. Das neue Update soll dafür sorgen, dass nun abgestufter vorgegangen wird und nicht automatisch die gesamte Domain leiden soll.

Ein Schritt in die richtige Richtung - für Google und Webmaster

Schnellere Spamerkennung, schnellere Erholung von Penguin-Sanktionen: Für Website-Inhaber ist das Update eine gute Nachricht, zumindest für die, die nicht auf schmutzige Tricks setzen, um einen SEO-Vorteil zu erspielen. Sogenannte Blackhat-SEOs dürften es in Zukunft schwerer haben, sich unfair Vorteile zu verschaffen. 

Allerdings wird durch das Core-Update in Zukunft wohl verschleiert werden, wie und wann die nächsten Änderungen implementiert werden. Die Folge wird sein, dass das große Rätselraten immer dann beginnt, wenn größere Rankingschwankungen wahrgenommen werden.

Für SEOs hat das Update den Vorteil, dass die Penguin-Grenzen nun viel besser austestbar werden. Durch Echtzeit-Änderungen können entsprechende Veränderungen besser auf einzelne Maßnahmen zurückgeführt werden. Sorgen darum, dass der Google-Algorithmus nun zu transparent wird, muss man sich angesichts von hunderten verschiedenen Rankingsignalen und hunderten Updates pro Jahr allerdings nicht machen.

Die Penguin-4-Ankündigung im Wortlaut

 

Schlagworte zum Thema:  Suchmaschinenoptimierung, Google, Digitales Marketing

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