26.04.2016 | Serie The Future of Marketing

Robotics: Als die Maschine handeln lernte

Serienelemente
In der Industrie werden Roboter schon seit langem eingesetzt, jetzt kommt die Industrie 4.0.
Bild: Haufe Online Redaktion

Es ist eine kleine Revolution im Gange, die in ein neues Maschinenzeitalter münden könnte: Roboter machen in immer mehr Feldern Karriere. Diese Entwicklung könnte viele Bereiche umkrempeln, auch die Vermarktung. Eigentlich sind wir schon mittendrin.

Spiegel-Autor Thomas Schulz beschreibt in seinem Buch "Was Google wirklich will" (eine Besprechung und weitere Buchtipps finden Sie hier), dass bei dem Konzern aus Mountain View inzwischen hunderte Experten am Thema Roboter arbeiten. Mit der Leitung der Robotics-Sparte hatte Google Andy Rubin betraut, den "Vater" von Android, der aber ursprünglich Robotik studiert und auch in diesem Bereich gearbeitet hat.

Google zielt dabei – wie viele andere Unternehmen – Richtung Industrie 4.0 (B2B) beziehungsweise Internet der Dinge (B2C). Roboter sollen immer intelligenter werden und auch eigene Entscheidungen treffen, indem sie ihre Umgebung verstehen, mit ihr interagieren und immer kompliziertere Aufgaben übernehmen. Manche praktische Tätigkeiten wie stundenlanges präzises Schweißen können sie sowieso schon besser als Menschen. Und das Ganze gerne auch im "Team" – in Gestalt einer Robot Cloud: "Über die Cloud können Maschinen auf riesige Mengen von Rechenkraft zugreifen, Daten teilen und ganz neue mathematische Berechnungen durchführen", sagt Ken Goldberg, Professor für Robotik in Berkeley, in Schulz’ Buch. Es sei inzwischen bewiesen, dass eine Gruppe von lernenden Maschinen bessere Entscheidungen treffe als eine Maschine allein.

Die Roboter könnten künftig zum Beispiel im Haushalt bei bestimmten Tätigkeiten zur Hand gehen – insgesamt ist die Palette der Aufgaben dort noch zu breit für einen einzigen Roboter – oder in der Betreuung alter Menschen aktiv werden. Das könnte so weit gehen, dass die Roboter den Gemüts- oder Gesundheitszustand einer Person eigenständig erkennen und entsprechend darauf reagieren können. Indem sie zum Beispiel etwas zur Aufmunterung tun oder im Notfall einen Arzt rufen.

Selbstfahrende Autos sind nichts anderes als lernende Roboter

Ebenfalls denkbar ist der Einsatz von Robotern für gefährliche Arbeiten, zum Beispiel bei der Suche nach Überlebenden einer Naturkatastrophe oder in unwirtlichem Gelände. Und selbstfahrende Autos sind letztlich nichts anderes als erstaunlich lernfähige Roboter. Bei Bahnen ist die Sache im Vergleich dazu regelrecht simpel.

Und was heißt das nun für den Job? Bislang ging man immer davon aus, das neue Technologien auch neue Arbeitsplätze schaffen. Aber mittlerweile wachsen die Zweifel der Experten an dieser Annahme (zum Beispiel hat das Pew Research Center dazu Zahlen erhoben). Und wenn man sich dann nur mal Real Time Bidding und Marketing Automation ansieht, kann man sehen, wie der Trend sich weiterentwickeln könnte. Auch die Logistik könnte (durch selbstfahrende Autos oder Drohnen) revolutioniert werden, ebenso der Service. Die Roboter werden also vor allem routinemäßige Arbeiten übernehmen, die strukturiert nach bestimmten Regeln ablaufen. Neu ist, wie viele Bereiche auf einmal umgekrempelt werden könnten.

Schulz geht davon aus, dass Google ein übergreifendes Roboter-Betriebssystem schaffen will für alle möglichen Maschinensysteme, Android (sic!) wäre dann erst der Anfang gewesen. Und natürlich sind bei dem Thema auch wieder alle anderen Tech-Riesen mit jeder Menge Manpower im Boot.

Sicher scheint: Die Robotertechnik steht vor einer größeren Revolution, deren genaue Richtung und Auswirkungen noch nicht vollständig absehbar sind.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Internet der Dinge, Big Data, Online-Marketing, Social Media, Mobile Marketing

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