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Vorsicht, freilaufende Influencer

Ja wo laufen sie denn? Influencer überall auf der re:publica in Berlin.
Bild: re:publica TEN

Die Zukunft gehört den Influencern. Das traditionelle Marketing spielt online und mobil nur noch eine geringe Rolle. Die re:publica in Berlin verdeutlicht diesen Wandel, denn hier stolpern tausende dieser digitalen Meinungsmacher über das Festivalgelände.

Mehr denn je stellt sich die Frage, was das Bloggen eigentlich genau ausmacht. Die Blogger gehen andere Wege und nutzen nicht mehr nur ihre Blogs, sondern zeigen auf Facebook, YouTube, Snapchat und anderen Netzwerken ihre digitale Präsenz. Influencer darf daher als begriffliche Ausweitung auf jegliche Meinungsmacher angewandt werden, die auch ohne eigenes Blog in eben jenen digitalen Kanälen aktiv sind. Als Influencer schaffen diese Menschen Vertrauen und beeinflussen die werberelevanten Zielgruppen nachhaltig.

Influencer als neue Avantgarde der Markenbotschafter

Sie verstehen die Märkte, kennen das Zielpublikum und kommunizieren aus Sicht der Kunden. Reiseblogger wissen genau, ob ein Hotel gut ist oder nur wie im Hochglanzkatalog den Anschein erweckt. Die Rezension eines Urlaubs kann furchtbar hart, aber dafür leidenschaftlich authentisch ausfallen, wie es eben die Leser mögen. Modeblogger definieren den Style für eine ganze Generation, die ihnen auf Youtube und Instagram folgt. Nur wenn die Kleidung und die Accessoires zusammen passen, also die Produkte den Influencern schmecken, werden sie positiv darüber berichten und die Kleidung ihren Followern präsentieren. Apropos Geschmack: Foodblogger kochen nicht nur sehr gutes Essen, sie übernehmen für manche Nutzer die Rolle der prominenten Fernsehköche. Gerichte aus bestimmten Kulturkreisen können schon vor der Reisezeit helfen, auf den Geschmack eines Landes zu kommen, wenn das Tourismusmarketing früh genug die Strahlkraft der digitalen Champions erkennt.

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Influencer empfehlen diese unzähligen Produkte und vielfältigen Dienstleistungen ganz ohne Werbeversprechen. Zumindest dem Anschein nach, denn irgendwie wollen die Influencer schließlich ihr Geld verdienen. Sie haben das Potenzial, zur Avantgarde der Markenbotschafter aufzusteigen. Doch nicht nur Influencer müssen irgendwie anfangen, um im Business Fuß zu fassen. Gerade die Marken selbst sollten sich für Influencer Marketing wählen, um künftig in den digitalen Kanälen und Umfeldern präsent zu sein, die von relevanten Zielgruppen genutzt werden. Doch für viele Marken bleibt das Internet nach wie vor das ominöse Neuland – und der Kontakt mit Bloggern, Youtubern und Snapchattern lässt sie in ein tiefes Loch fallen. Dabei ist der Start mit den Influencern gar nicht so schwer und das Potenzial von Influencer Marketing sollte nicht unterschätzt werden.

Letzter Aufruf: Treffen Sie die Influencer vor Ort

Viele Kunden achten auf die Meinung von Influencern schon vor ihrer Kaufentscheidung. Denn die Influencer sprechen mit einer authentischen Stimme und ergänzen in vielen Fällen so manchen Testbericht aus klassischen Medien um den Convenience-Faktor. Influencer sind in der Regel selbst die Nutzer der Dinge, über die sie berichten. Unternehmen sollten daher nicht werblich, sondern aus Sicht der Kunden ihr Influencer Marketing konzipieren, um der Aufmerksamkeit von Influencern und letztendlich ihrer Follower sicher zu sein.

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Der kulturelle Schmelztiegel auf der re:publica vereint alle unterschiedlichen Branchen miteinander. Damit besitzt die Konferenz einen klaren Vorteil, denn egal ob Hotellerie und Tourismus, Essen und Gastronomie, Fashion und Beauty sowie exklusive Genussmittel: wer hier suchet, der findet Meinungsbildner und Multiplikatoren. Die Fähigkeit der Influencer, mit Menschen in Kontakt zu treten, macht sie attraktiv und wertvoll für Unternehmen und Marken. Jedoch nutzen überraschend wenige Marken die Chance, sich persönlich mit Bloggern, Instagrammern und Youtubern auf der re:publica zu vernetzen.

Marken haben es noch nicht begriffen

Nur einige der alten Hasen der PR- und Marketingbranche besuchen ganz bewusst das Digitalfestival, um tatsächlich mit den Influencern zu sprechen und manche neuen Sternchen kennenzulernen. Die Ergebnisse lassen sich nicht sofort als Vertrag bezeichnen, sondern als Teil des Beziehungsmanagements. Sehen und gesehen werden, sprechen und besprochen werden. Die hohe Dichte an Influencern auf der re:publica kann für Marken eine Chance sein, um bei ihnen eine erste Präsenz zu erzeugen, bevor die wirklich entscheidenden Deals mit den Influencern oder ihren Künstleragenturen und Dienstleistern abgeschlossen werden. Dann beginnt das eigentliche Influencer Marketing, für das naturgemäß ein dediziertes Marketingbudget vorgesehen sein sollte. Blogger und Influencer wollen bezahlt werden, denn die Zukunft gehört ihnen.
 

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Content Marketing, Marketing

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