02.05.2016 | Serie Kolumne Alles digital

Das Internetfestival der vernetzten Gesellschaft feiert Jubiläum

Serienelemente
Bild: Mike Schnoor

Berlin zeigt sich in der ersten Maiwoche von seiner besten Seite. Zum zehnten Mal findet die re:publica statt und erlaubt erneut die Nabelschau auf unsere digitalisierte Welt. Die einst kleine Konferenz mit ein paar hundert Bloggern und Brancheninsidern hat sich zu einem weltbekannten, internationalen Digitalfestival entwickelt. Marketing-Manager und Vertriebsexperten sollten in der Zeit vom 2. bis 4. Mai unbedingt einen Besuch auf dieser Veranstaltung einplanen, denn hier werden jenseits von dmexco, Cebit und Co-Reach die Digitaltrends von Morgen diskutiert. 

Startschuss mit der pre:publica

Die Zeit läuft. Nur noch wenige Stunden verbleiben bis zum offiziellen Start der re:publica. Zum 10. Jubiläum treffen erneut zahlreiche Vordenker und Wissenschaftler, Netzaktivisten und Blogger, Medienschaffende und Unternehmer zusammen. Mit dabei tummeln sich seit einigen Jahren die Vertreter von Agenturen, manche Markenexperten und diverse Entscheider aus der Wirtschaft. Denn das einstige Klassentreffen der Netzgemeinde selbst und die inhaltlichen Themen haben deutlich an Relevanz gewonnen. Schon am Sonntag vor dem eigentlichen Beginn des Digitalfestivals treffen sich Branchenveteranen und Newcomer auf der „pre:publica“. Sie sprechen nicht nur über die Chancen und Risiken der Digitalisierung, sondern zelebrieren die Vernetzung untereinander und loten so manchen potenziellen Deal bei einem kühlen Getränk aus. Aktuelle Trends wie Internet of Things und Virtual Reality, Bewegtbild und mobiles Internet sowie app-basierte Geschäftsmodelle verdeutlichen, wie moderne Kommunikation und die veränderte Mediennutzung unbedingt ein zentrales, digitales Rollenverständnis von Unternehmen erfordern. Doch weit über die Branchenthemen hinaus erwartet die diesjährigen Besucher ein vollgestopftes Konferenzprogramm mit mehreren hundert Stunden: Von Gesellschaft und Netzpolitik über Wissenschaft und Technologietrends bis hin zu Businessthemen bespielt das Programm der re:publica möglichst alle Facetten der Digitalisierung.

Blogger sind gekommen, um zu bleiben!

Wer heute noch von einer Bloggerkonferenz spricht, hat seit 2006 noch nicht über den Tellerrand geblickt. Natürlich werden Blogger und Social Media in den Vorträgen des Konferenzprogramms und in den unzähligen Einzelgesprächen thematisiert. Jedoch haben sie es geschafft, sich von den einstigen Klowänden des Internets zu verabschieden. Für die Digitalkommunikation von Marken und Unternehmen besitzen sie einen hohen Stellenwert. 

In der Ungezwungenheit der re:publica, wie Business-Leute mit Bloggern und Branchenakteuren zusammensitzen, macht einen der wesentlichen Unterschiede zu anderen Konferenzen aus, bei denen meist das Präsentieren und das Verkaufen im Vordergrund steht. Zwar bemühen sich etablierte Konferenzen wie dmexco, CeBIT und Co-Reach darum, sich immer stärker für Blogger zu öffnen, aber im Gegensatz zur re:publica zeigt sich auf solchen Konferenzen eher eine Förmlichkeit gepaart mit Unnahbarkeit.
Gerade die PR-Verantwortlichen und Brandmanager versuchen, bei Bloggern, Youtubern und Instagrammern im Sinne von Influencer Marketing Fuß zu fassen. Von Cold-Calls und unerwünschten Mails abgesehen, können manche Influencer jedoch nur in wenigen Fällen erfolgreich für das Marketing aktiviert werden. Die re:publica liefert den Kommunikationsmanagern zumindest einen leichten Einstieg, möglichst viele Influencer kennenzulernen und sich mit ihnen direkt zu vernetzen. Blogger Relations fangen schließlich mit dem persönlichen Gespräch an, genau wie Influencer Marketing dieses People Business erfordert.

Spiegel für die digitale Welt 

Das Digitalfestival re:publica soll aufzeigen, dass das Morgen schon heute gemacht wird. Den Grundstein dafür legen aber nicht die Unternehmen, sondern die Nutzer selbst. Sie machen sich Gedanken über die Zukunft und zweckentfremden Technologien und manches Mal auch Daten für ihre Zwecke. Einige Denker und Entscheider aus der Marketingwelt haben verstanden, dass die #rpten helfen und Wissen jenseits der Lehrbücher und KPIs vermitteln kann, aber auch einen appellativen Finger heben muss. Die Konferenz versteht sich als Gradmesser der vernetzten Gesellschaft und möchte mit den erwarteten 7.000 Teilnehmern zentrale Impulse für eine digitale Zukunft setzen. Die Macher der re:publica wünschen sich mehr Engagement, Verantwortung und Emanzipation im Netz – nicht nur von den Endnutzern, sondern von Unternehmen und Organisationen. Wir freuen uns, ein Teil davon zu sein. Gehen Sie zur re:publica!

Autor:

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. In dieser Funktion sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb richtig positionieren. Seine Erfahrungen aus über 15 Jahren in der Digitalbranche teilt er regelmäßig in Gastbeiträgen für tonangebende Branchendienste und analysiert als Herausgeber von #DigiBuzz - Das Magazin für das Digital Business aktuelle Trends, neue Ideen und Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft. Folgen Sie @MikeSchnoor bei Twitter und lesen Sie sein Blog.

Schlagworte zum Thema:  Internet, Digital, Digitale Wirtschaft, Digitalisierung

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