| Prognose

Deutscher Werbemarkt behauptet sich auch 2013

2014 wird sich die Weltwirtschaft den Analysten zufolge wieder erholen und die Werbeausgaben steigen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit 0,8 Prozent werden die Mediaumsätze im deutschen Markt 2013 wohl nur leicht ansteigen. Dies geht aus dem Bericht „Magna Global Advertising Forecast 2013“ hervor. Weltweit wird ein Umsatzwachstum von 3,1 Prozent prognostiziert. Die meisten anderen europäischen Märkte könnten schrumpfen.

Dem Bericht von Magna Global, einem Tochterunternehmen des Ipg Mediabrands-Netzwerks zufolge, bleibt der deutsche Werbemarkt mit Ausgaben von 306 US-Dollar pro Kopf der zweitgrößte europäische Markt bei den Media-Spendings nach dem Vereinigten Königreich. Im übrigen Westeuropa wird von einem durchschnittlichen Rückgang von 0,1 Prozent ausgegangen.

Das moderate Wachstum verdankt die Branche vor allem den stärkeren Mediaausgaben in den Bereichen Automotive, Dienstleistungen, Bodycare und Telekommunikation. Ins Gewicht fallen dabei besonders die Ausgaben für den Bereich Automotive: Während andere europäische Automobilmärkte um bis zu 20 Prozent schrumpfen, verzeichnet der nationale Markt überhaupt keinen Rückgang.

Ein starkes Wachstum sagen die Analysten den digitalen Werbeformen voraus. Banner, Online-Filme und Social Ads legen demnach um 9,2 Prozent zu, was einem Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Euro entspricht. Damit schließt Digital bei den Umsätzen weiter zu TV auf und überholt diesen Kanal sogar in Bezug auf den Werbemarktanteil um zwei Prozentpunkte (TV: 22 Prozent; Digital: 24 Prozent). Michael Dunke, President und CEO von Map Deutschland, sieht insbesondere Tablets als Treiber dieser Entwicklung. Seit Einführung der ersten Geräte ist die Zahl der Nutzer auf 50 Millionen angewachsen. Dieses Wachstum werde sich weiter fortsetzen, so Dunke.

Print-Sektor bleibt stärkstes Segment

Trotz der Schließung einiger Publikationen, bleibt der Print-Sektor bei den Media-Ausgaben weiterhin das stärkste Segment. Der Werbemarktanteil beträgt 44 Prozent. Allerdings ist das Werbevolumen im Print-Bereich bei Zeitungen und Zeitschriften 2012 um 3,6 beziehungsweise 4,3 Prozent zurückgegangen. Große Sportereignisse wie die Fußball Europameisterschaft und die Olympiade sorgten in der Kategorie TV für ein immerhin kleines Wachstum von einem Prozent. Der Marktanteil beträgt dabei 22 Prozent. Einen Rückgang mussten hingegen Out-of-Home-Medien verbuchen (minus 3,4 Prozent). Verantwortlich waren Budgetkürzungen des Einzelhandels.

Während der Werbemarkt global 2012 um 3,8 Prozent wächst, führt die anhaltende Eurokrise in Westeuropa dazu, dass die Ausgaben hier um 2,8 Prozent schrumpfen. Diese Entwicklungen werden sich 2013 voraussichtlich weiter fortsetzen (weltweites Plus von 3,1 Prozent). Diese international gesehen positive Entwicklung mit einem prognostizierten Umsatzwachstum von 13,5 Prozent verdankt die Branche den digitalen Medien. Treiber sind dabei die Bereiche Online-Video und mobile Formate mit einem Wachstum von rund 80 Prozent. Klassische PC-Formate wie Banner und Sponsoring legen um sechs Prozent zu und Paid Search wächst, wie bereits in diesem Jahr, um 14 Prozent.

Die Analysten sind sich sicher, dass sich die Weltwirtschaft bis 2014 wieder erholen wird und die Werbeausgaben weiter ansteigen werden. Ein globales Wachstum von 6,0 Prozent halten sie für realistisch, wobei sich die Ausgaben weiter hin zu digitalen Werbemaßnahmen verschieben werden.

Schlagworte zum Thema:  Werbung, Marketing

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