29.08.2012 | Produktentwicklung

Die Macht der Verbraucher

Cloud Computing ist ein Trend, der technologische Entwicklungen vorantreibt.
Bild: Deutsche Telekom

Entwicklungen in der Unterhaltungselektronik werden zunehmend von den Verbrauchern bestimmt. Durch das Internet regen sie innovative Produktentwicklungen bei den Herstellern an. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Hightech-Verbands Bitkom und des Beratungsunternehmens Deloitte.

Neue Entwicklungen werden von den Verbrauchern intensiv genutzt, dadurch beeinflussen sie auch deren Weiterentwicklung. So werde die Internetfähigkeit von Unterhaltungselektronik immer mehr zum Standard, weiß Michael Schidlack, Technik-Experte des Bitkom. Bis Ende des Jahres werde bereits jeder vierte Haushalt einen Fernseher mit Internet-Anschluss besitzen. Im Dezember des vergangenen Jahres waren es erst zwölf Prozent gewesen, ein Jahr zuvor gerade einmal fünf Prozent. Cloud-Dienste seien damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so Schidlack.

Die Wolke wird genutzt
Immerhin 76 Prozent der Internetnutzer speichern Fotos in der Cloud, fast jeder Vierte (23 Prozent) legt dort Musik ab, jeder Sechste (16 Prozent) auch Videos. Klassische Medien werden dadurch zunehmend verdrängt, digitale Dienste unverzichtbar. Laut Studie fällt es 60 Prozent der Befragten nicht schwer, auf DVDs zu verzichten, 50 Prozent geben sich mit digitalen Fotos zufrieden und 48 Prozent brauchen keine gedruckten Zeitschriften. Der Trend gehe weg vom Besitz und hin zur Nutzung, interpretiert Schidlack die Ergebnisse der Befragung.

Demnach bestimmen die sogenannten „4S“ die neuen Anforderungen an Unterhaltungselektronik: Social, Second Screen, Steuerung und Suche – Resultate der zunehmenden Konvergenz von TV und Internet. Die Popularität von Social Media überträgt sich damit auf alle Bereiche der Unterhaltungselektronik. Beispiele dafür sind die Nutzung von Empfehlungsfunktionen oder der Austausch über das laufende Programm via Social TV. Second Screen macht das Angebot interaktiv und schafft gleichzeitig neue, vermarktbare Angebote. Laut Studie sind heute schon 77 Prozent der Internetnutzer online und sehen gleichzeitig fern.

Herausforderungen für Hersteller
Diese veränderte Mediennutzung steigere die Komplexität im Bereich der Consumer Electronics, so das Fazit von Klaus Böhm, Leiter Media bei Deloitte. Das TV werde immer flexibler, sodass Hersteller neue, innovative Steuerungssysteme anbieten müssten. So könne über in der Fernbedienung integrierte Sensoren der Webbrowser im TV-Gerät bedient werden. Neue Suchfunktionen – der vierte Trend – machten die Vielfalt der diversen Content-Angebote übersichtlicher und erleichterten die Vermarktung. Gerätehersteller stehen damit vor der Herausforderung, die neuen Trends zu vereinfachen und zu standardisieren, damit sich die User dafür begeistern können.

Schlagworte zum Thema:  Handel, Mediennutzung, CRM, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen