16.09.2016 | Handel

Digitale Technologien am POS müssen Verbrauchern einen Mehrwert bieten

Werden digitale Technologien am POS schlecht angenommen, liegt das selten am Verbraucher.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gegenüber neuen digitalen Technologien am POS sind Verbraucher durchaus aufgeschlossen. So das Ergebnis einer Studie des Marktforschers Pospulse im Auftrag der Location Based Marketing Association (LBMA). Damit sie genutzt werden, müssen sie jedoch einen Mehrwert bieten.

Die Studie "Digitalisierung der stationären Verkaufsfläche“, für die rund 1.100 deutsche Verbraucher befragt wurden, belegt, dass neue Lösungen zur Digitalisierung des Einzelhandels grundsätzlich positiv aufgenommen werden. Die unter den Verbrauchern bekannteste Technologie ist das digitale Preisinformationssystem. Zwei Drittel der Befragten haben Displays, über die der Preis eingescannt werden kann, schon einmal gesehen. Über die Hälfte kennt zudem das digitale Preisschild. In Supermärkten wurden beide Varianten von 75 Prozent der Befragten bereits wahrgenommen. 72 Prozent der Verbraucher, denen ein digitales Preisinformationssystem aufgefallen ist, haben dieses auch genutzt.

Beliebt sind außerdem Wegeleitsysteme wie zum Beispiel digitale Anzeigetafeln und interaktive Info-Displays. Jeder Dritte nutzt sie und rund die Hälfte will sie testen, wenn die Märkte sie anbieten. Die hohe Nutzungsbereitschaft führt Carsten Szameitat, DACH-Vorstandsvorsitzender der LBMA auch darauf zurück, dass Käufer mit Technologien rund ums Smartphone vertraut sind und die sie intuitiv anwendbar ist.

Digitalisierung des POS: Technische Voraussetzungen müssen stimmen

Werden Technologien erst selten genutzt, liegt das meist an den technischen Voraussetzungen. So haben bislang beispielsweise erst 13 Prozent der Studienteilnehmer Push-Benachrichtigungen beim Einkaufen erhalten. Grund: Nutzer müssen nicht nur die entsprechende Funktion – etwa GPS oder Bluetooth – am Smartphone aktiviert haben, viele Systeme arbeiten mit einer App, die zunächst installiert werden muss. An einer generellen Skepsis der Verbraucher liegt die geringe Verbreitung jedenfalls nicht.

Und noch eine Voraussetzung muss gegeben sein, damit Verbraucher sich Push-Nachrichten gegenüber offen zeigen: Sie müssen relevante Mehrwerte, beispielsweise in Form von Rabatten und Verkaufsaktionen liefern. Dieses Angebot muss dann exklusiv für die Empfänger der Push-Nachrichten gelten und darf nicht anderweitig im Laden angeboten werden. Andernfalls werden Push-Nachrichten als Störung empfunden.

Gerne angenommen wird von Verbrauchern auch ein öffentliches WLAN. Allerdings sind viele mit der Qualität bislang nicht zufrieden. Hier haben nicht Supermärkte, sondern Elektronikhändler aktuell die Nase vorn. Diese Branche habe sich schon auf den Omnichannel-Ansatz eingelassen, damit Verbraucher auch im Laden online Preise vergleichen können, erklärt Dominik Blank von Pospulse.

Kaum verbreitet sind Virtual-Reality-Anwendungen. Erst knapp sechs Prozent haben diese im stationären Handel wahrgenommen. 94 Prozent würden es aber gerne ausprobieren. Vorreiter in diesem Bereich sind Sportläden, wo sie von einem Viertel der Befragten schon einmal gesehen wurden.

Grundsätzlich sei die Akzeptanz neuer digitaler Technologien groß, so Blank, mithilfe von Feldtests müsse man nun jedoch ausprobieren, welche Tools für Händler die jeweils richtigen sind und von den Kunden angenommen werden.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Mobile Marketing, Kundenservice, Kundenbindung, Handel

Aktuell

Meistgelesen