07.10.2015 | Non-Banks

Verbraucher offen für Angebote von Non-Banks – über Payment hinaus

Klassische Bankhäuser müssen sich gegenüber den Neuen behaupten.
Bild: freepiks

Beim Payment haben neue Finanzdienstleister wie Paypal, Clickandbuy oder Apple Pay schon die Nase vorn. Nun öffnen sich die Deutschen auch klassischen Finanzangeboten der sogenannten Non-Banks. Das hat eine Umfrage der Unternehmensberatung Confinpro ergeben.

Die Mehrheit der Bundesbürger vertraut demnach sogenannten Non-Banks. Selbst bei der Geldanlage und bei Krediten sind sie offen für Angebote neuer Dienstleister. So wäre beispielsweise jeder Dritte bereit, einen Kredit in Höhe von 10.000 Euro oder mehr aufzunehmen.

Trotz der Offenheit alternativen Anbietern gegenüber, angekommen sind Verbraucher in der neuen Bankenwelt nicht wirklich: Denn grundsätzlich wird bei Anlage- und Kreditgeschäften auf die Dienstleistungen traditioneller Institute zurückgegriffen. Durchaus vorhanden ist die Bereitschaft, zu einer Non-Bank zu wechseln, jedoch im Zahlungsverkehr.

Nicht nur beim Payment: Klassische Finanzwirtschaft unter Druck

Die Bundesbürger wünschten sich eine Mischung aus alter und neuer Bankenwelt, kommentiert Joachim Butterweck, Digitalisierungsexperte bei Confinpro, das Studienergebnis. Sie wollten einerseits die Bequemlichkeit der Finwebs, andererseits aber auch die Stabilität und Dauerhaftigkeit klassischer Institute. Die Studie belege, dass die vielfach bereits totgesagten Banken durchaus noch gute Chancen haben, ihren Platz zu behaupten. Gegenüber den neuen Konkurrenten hätten sie den Vorteil, dass sie über große Ressourcen und Erfahrungen verfügen. Dennoch müssten die klassischen Finanzdienstleister jetzt aktiv werden, damit der Zug nicht ohne sie abfahre.

Im Zahlungsverkehr schließen aktuell nur noch 13 Prozent einen Wechsel zu einer Non-Bank kategorisch aus. Bei Geldanlage- und Kreditangelegenheiten sind es 37 Prozent. Allerdings zeigt die Studie, dass die Wechselbereitschaft steigt, wenn nach bestimmten Leistungen gefragt wird. Dennoch: 57 Prozent der Befragten wollen auf ein klassisches Bankkonto nicht verzichten.

Für die repräsentative Studie wurden 2.000 Bundesbürger befragt.

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Schlagworte zum Thema:  Payment, Finanzwirtschaft

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