| Mediennutzung

Parallelnutzung von TV und Internet erhöht den Medienkonsum

Das Fernsehen bleibt Massenmedium Nummer eins.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Parallelnutzung von TV und Internet sorgt insgesamt für eine steigende Mediennutzung. Auf digitale Medien entfällt die Hälfte der Zeit, die für das Fernsehen aufgewendet wird. Diese und weitere aktuelle Zahlen liefert der „Navigator Mediennutzung“ von SevenOneMedia.

585 Minuten beträgt die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer der verschiedenen Medien in Deutschland. Das bedeutendste Massenmedium bleibt weiterhin das Fernsehen: Rund 205 Minuten lassen sich Deutsche jeden Tag von den Sendeanstalten unterhalten. Mit 107 Minuten beanspruchen digitale Medien inzwischen knapp die Hälfte der Zeit, die fürs Fernsehen aufgewendet wird. Für den insgesamt steigenden Medienkonsum ist der Studie des Marktforschers Seven One Media zufolge vor allem das Zusammenspiel von Fernsehen und Internet verantwortlich. Denn: Viel-Surfer sind meist auch Viel-Seher. Dadurch hat sich das Medienzeitbudget der 14- bis 49-Jährigen seit dem Jahr 2002 um ein Sechstel erhöht. Innerhalb dieser werberelevanten Zielgruppe nutzen 95 Prozent ein TV-Gerät, 79 Prozent schauen täglich fern. 94 Prozent der Befragten gehen darüber hinaus regelmäßig online.

Second Screen wird selbstverständlich
Die Mediennutzung der Deutschen befinde sich derzeit in einem gewaltigen Umbruch, erklärt der Geschäftsführer von Seven One Media, Guido Modenbach. Während Printmedien mit schwindenden Auflagen zu kämpfen hätten und auch die Nutzungsdauer von Radio, Büchern, DVDs und Videos weiter sinke, werde der starke Zuwachs von der Nutzungsdauer primär durch das Thema Second Screen getrieben. Die parallele Nutzung von TV und Internet via Laptop, Tablet oder Smartphone gewinne zunehmend an Bedeutung.

Knapp 60 Prozent der Befragten gehen zumindest ab und zu beim Fernsehen online. Mehr als zwei Drittel der Parallelnutzer informieren sich über TV-Inhalte, Werbebotschaften, Produkte oder Dienstleistungen. Die Erfolge von sendungsbegleitenden Social-TV-Angeboten wie „The Voice of Germany Connect“ oder „Germany’s Next Top Model Connect hätten dies bewiesen, so Modenbach. Die technische Weiterentwicklung des Fernsehers als  zentraler Screen werde weiter voranschreiten. Content-Anbieter und Werbende würden davon gleichermaßen profitieren.

Noch gilt dies jedoch nicht für alle Zielgruppen gleichermaßen. Ältere verbringen deutlich weniger Zeit im Internet und nutzen es zielgerichtet zum Online-Shopping, -Banking oder zur Kommunikation via E-Mail. Nur 22 Prozent der sogenannten Silver Surfer ab 50 Jahren sehen dabei auch fern.

Für die Studie waren mehr als 1.000 Personen telefonisch befragt worden.

Schlagworte zum Thema:  Mediennutzung, Online-Marketing

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