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Otto will Absatzkanäle noch stärker verknüpfen

Otto will seine Multichannel-Strategie weiter vorantreiben und dadurch seine Marktposition gegenüber Wettbewerbern absichern. Dies sagte Timm Homann, Vorstandsmitglied des Otto-Konzerns, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Dpa.

Um Kunden zu halten und zu gewinnen, sollen die Vertriebskanäle künftig auf neue Weise miteinander verknüpft werden. "Es reicht schon lange nicht mehr, die Leistung an der Kasse zu verbessern, damit der Kunde nicht länger in der Schlange steht", erläuterte Homann, bei Otto zuständig für den Einzelhandel. Er berichtete von einem Test beim US-Einrichtungshaus und Innenausstatter Crate&Barrel. Stehe ein Kunde länger als 20 Sekunden vor der Schaufensterscheibe, werde er von einem Transponder erfasst und bekomme kurz darauf eine SMS auf sein Handy mit einem passenden Sonderangebot geschickt.

"Das ist attraktiv, weil das eine individualisierte, auf den Kunden zugeschnittene Ansprache ist", so Homann. Bis zur Anwendung sei es aber noch ein langer Weg. Und in Deutschland gebe es datenschutzrechtliche Hürden, räumte Homann ein. "Aber beispielsweise Smartphones werden auf Sicht Portemonnaie, Kunden- und Kreditkarte ersetzen können und dem Kunden das Leben dadurch deutlich leichter machen."

Bei der Otto Group erlöste der Bereich Multichannel-Einzelhandel im vorherigen Geschäftsjahr 2010/11 rund zehn Milliarden Euro (plus 12,1 Prozent). Dazu zählt der Konzern den elektronischen Handel (Internet, mobile Endgeräte), den Katalogversand und das Stationärgeschäft. Zu Letzterem gehören bei Otto unter anderem Bonprix, Manufactum, My Toys, Crate&Barrel und Sportscheck.

Im auslaufenden Geschäftsjahr sei im Gesamtbereich mit einem einstelligen Wachstum zu rechnen, berichtete Homann. Das reine Online-Geschäft, das mehr als die Hälfte der Erlöse bringt, wächst voraussichtlich um ein Fünftel. (ms)

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