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Online trifft Bewegtbild - Erste Bewegtbild-Konferenz in Berlin

Auf diese Konferenz musste die Online-Branche lange warten. Die Bewegtbild-Konferenz am 27.10.in Berlin war die erste ihrer Art und – der Meinung vieler Besucher zufolge - längst überfällig.

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft hatte nach Berlin geladen, um mit diesem Event der besonderen Bedeutung der bewegten Bilder für die digitale Branche einen Diskussions-Rahmen zu geben. Seit ein paar Jahren erfreuen sich Webvideos bei Nutzern und Werbungtreibenden gleichermaßen wachsender Beliebtheit. Tendenz: Weiter zunehmend. Bezogen auf die Brutto-Werbeinvestitionen wird Bewegtbild in diesem Jahr Schätzungen zufolge um 115 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen.

„Bewegtbild ist einer der Treiber der Onlinewerbung in Europa und weltweit – wenn nicht sogar der Treiber“, hob United Internet Media Vorstand Matthias Ehrlich im Rahmen eines Panels die Bedeutung der bewegten Bilder hervor. Für den Begriff „Bewegtbild“ hatte sich der Veranstalter bewusst entschieden, um die verschiedenen Facetten deutlich zu machen – von Pre-Roll-Werbung über Branded Entertainment bis hin zu Web-TV.

Gleich in der ersten Keynote des Tages forderte Daniel Knapp, Head of Advertising Research von IHS Screen Digest, dazu auf, auch neue Dinge auszuprobieren „technische Möglichkeiten und kreatives Potenzial stärker zusammenzubringen“. Gleichzeitig machte er auf den Fluch des Klicks aufmerksam – jener einfachen Messgröße, die Außenstehende noch immer als das Kriterium für die Beurteilung der Werbewirkung im Internet ansehen. Schon lange will sich die Branche nicht nur am Klick messen lassen – in Zeiten eines Bewegtbild-Internets schon gar nicht.

Insbesondere um die weitere Entwicklung von Bewegtbild-Werbung entbrannte im weiteren Verlauf eine rege Diskussion. Hier konkurrieren momentan zwei Formate um die Gunst der Nutzer – so genannte In-Stream-Ads und In-Page-Ads. Während bei ersterer Variante Werbespots in Online-Videos platziert werden, werden In-Page-Ads in klassischen Bannerformaten abgespielt. In-Stream-Ads werden somit in Bewegtbild-Umfelder eingebunden, In-Page-Ads in klassischen Website-Content.

Welche Variante die bessere Werbewirkung entfaltet, darüber streitet die Branche – insbesondere die Vermarkter. Während die einen im TV-ähnlichen Unterbrecherwerbeansatz einen Schwachpunkt für In-Stream-Werbung ausgemacht haben, sind für andere diese in Videos integrierten Spots aufgrund ihrer hohen Emotionalität und Erwartungshaltung der Nutzer auf den eigentlichen Content besonders vielversprechend.

Aus Agentursicht liegt der Fokus anders. „Das Wichtigste ist das Marktwachstum“, forderte Klaus Ahrens einer der Geschäftsführer der Hamburger Agentur pilot 1/0. Dies sei momentan der Flaschenhals der Bewegtbild-Werbung im Internet. Ahrens zufolge können Werbungtreibende momentan gar nicht so viel investieren wie sie wollen, weil schlicht das Inventar fehlt. Auch Paul Mudter, Geschäftsleitung Interactive, beim Vermarkter IP Deutschland bestätigte, dass die Nachfrage nach In-Stream-Werbung momentan größer ist als das Angebot.

An einem Thema kam man auch in Berlin nicht vorbei: Social Media. Laut Christian Wilfer, Geschäftsführer von shareifyoulike könne man Bewegtbild-Spots im Social Web nicht platzieren wie bei einer Media-Buchung. Vielmehr komme es darauf an, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, ob ein bestimmtes Bewegtbild-Format Chancen hat, sich im Social Web zu verbreiten. Und Curt Simon Harlinghausen, Geschäftsführer von AKOM360 forderte die TV-Sender auf, mehr Social Media zu integrieren. Denn letztlich gehe Social Media sowohl mit Bewegtbild-Formaten als auch mit TV eine perfekte Beziehung ein, von der jeweils beide Partner profitieren. (kaz)

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