07.03.2016 | Event

Online Marketing Rockstars Festival wächst über sich hinaus

Auf einer 60 Meter breiten Bühne hatten die Rockstars die digitalen Trends im Blick.
Bild: Online Marketing Rockstars/RajkoHess

Zum Online Marketing Rockstars Festival kamen in diesem Jahr an zwei Tagen über 16.500 Besucher. Damit hat sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Neben 136 Austellern gab es wieder eine ganz Reihe toller Redner zu bestaunen. Wir blicken zurück.

Florian Heinemann von Project A ging auf diverse Herausforderungen für Online-Marketer ein. So sei die Attribution durch Cross-Device-Nutzung sehr viel komplizierter geworden. Zudem sei das Attribution-Denken ein passiver Ansatz, die Leute müssten künftig aber aktiv durch ihre Customer Journey begleitet werden.  Hier liege noch ein großes Differenzierungspotenzial: "Man pusht nicht mehr hart zur Conversion" und "bestraft Nicht-Konvertierer nicht mehr mit Retargeting-Bannern". Auch "dreckinges SEO" klappe nicht mehr, guter Content sei wichtig.

Scott Galloway , Marketing-Professor an der NYU Stern School of Business und Gründer von L2, lieferte jede Menge spannende Zahlen rund um die großen digitalen Player wie Apple, Amazon und Facebook und aktuelle Marketingstrategien. So würden die am schnellsten wachsenden Brands nicht mehr traditionell beworben. Und Amazon sei durchaus ein größeres Engagement im stationären Handel zuzutrauen.

Fany Péchiodat von My Little Paris erzählte vom Weg ihres Unternehmens bis zum heutigen Tag. Sie habe nie Werbung gemacht oder auch nicht für Google bzw. SEO –Erfolge geschrieben. Vielmehr würde selbst Werbung für den My-Little-Paris-Kosmos adaptiert. Denn auch Werbung müsse interessanter Content sein. Es sei aber nicht immer leicht, für jede Marke eine Story zu finden. Ihre goldene Regel zum Community Building: Generosity, Story, Sincerity. Und ganz besonders wichtig. Digital und Mobile sind nicht dasselbe. Zunächst sei die eigene App ein Fehlschlag gewesen, weil man einfach den Newsletter furs Handy adaptiert habe.

"My Little Wachstum" bei den Online Marketing Rockstars

Growth Hacker Neil Patel kam mit eher einfachen, aber treffenden Weisheiten über den Teich, wie zum Beispiel: "Machen Sie es den Leuten einfach, sich anzumelden." Sein Erfolg gibt ihm recht.

Vorstand Christian Schmalzl gab einen interessanten Einblick, was sich Ströer bei seiner Expansion beziehungsweise seinen vielen Zukäufen denkt. Als die fünf Kern-Entwicklungsfelder sieht er: Out of Home, Content, Local Markets, National Market und Ventures. Dabei ging es auch auf die (neue) Unternehmenskultur, die in Zeiten der digitalen Transformation nötig sei: "Kultur kriegst du nicht mehr von oben verordnet. Eine römische Armee hat digital keinen Erfolg." Man müsse sich vom Gedanken einer einheitlichen Unternehmenskultur verabschieden.

Bonin Bough, Chief Media and E-Commerce Officer bei Mondelēz International, gab seine Ansichten zu den Marketingherausforderungen der Zukunft zum besten. So passten etwa Nutzung und Spendings bei Mobile derzeit nicht zusammen. Es gelte zudem "creation in real time" zu lernen, wie sie zum Beispiel von der Mondelēz-Marke Oreo praktiziert wird. Bisher lief die Customer Journey eher nach dem Motto: "Viel Glück, kleiner Keks, ich hoffe, du verkaufst dich."

Den Abschluss bestritt Skater-Legende Tony Hawk. Seinen Namen als Marke zu verwenden, sei seine beste Business-Entscheidung gewesen, obwohl sie aus damaliger Sicht "ridiculous" war.  Doch das gleichnamige Spiel verkaufte sich weit jenseits aller Erwartungen. "Das Spiel ist größer als ich geworden. Die Leute fragen mich, wieso ich wie ein Videospiel heiße."

Im kommenden Jahr wird das Rockstars Festival am 2. und 3. März erneut in der Messe Hamburg stattfinden.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Marketing, E-Commerce, Content Marketing, Digitalisierung, Marke

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