29.08.2013 | Top-Thema Obamas 1x1 des digitalen Dialogs

Digitales Campaigning in Europa

Kapitel
Die digitalen Strategien im Wahlkampf sind hierzulande wenig zielgenau.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auch global haben die Wahlerfolge der "Obama Campaign" Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Insbesondere in Deutschland und Österreich, in denen in diesem Herbst Bundestags- bzw. Nationalratswahlen anstehen, versuchen Parteien die Erfolge zu kopieren.

Bis dato dürfte der Erfolg der digitalen Aktivitäten aber noch relativ gering sein. Wo Obama zielgenau Nachrichten an Wählergruppen verbreitet, werden hierzulande zumeist lediglich via Facebook und Twitter andere Medien zitiert oder kritische/ironische Kommentare über den politischen Gegner verbreitet. Auch ironische negative Kampagnenansätze, wie der "abwaehlkalender.de" der Grünen lässt auf Tumblr keine Interaktion zu und führte im Ergebnis zu einer Gegenkampagne initiiert von einer Einzelperson, dem "Abfallkalender 2013" auf Facebook.

Gleichzeitig steht eine starke Zentralisierung einem für unterschiedliche Zielgruppen relevanten Austausch entgegen: So haben beispielsweise in Österreich außer den Grünen sämtliche Parteien hierarchische Vorgaben, den exakt selben Wortlaut zu verwenden. Allerdings hinterlässt das bei den Wählern statt dem gewünschten Eindruck einer einheitlichen Kommunikation eher das übliche, abstrakte bürgerferne Bild von Parteipolitik. Der US-Wahlkampfstratege Matthew McGregor forderte entsprechend in dem Nachrichtenmagazin "Format" zum Kulturwechsel. Es gilt, die Sprache normaler Menschen zu sprechen, um Relevanz zu entwickeln.

Bislang wird mit Social Media zwar ein weiterer Kanal erschlossen, der jüngere Zielgruppen eher erreicht als klassische Medien. Allerdings bleibt die weitergehende Nutzung des Kommunikationskanals als "Vertriebskanal" aus.

Schlagworte zum Thema:  Kundenbindung, Dialogmarketing, Social Media, Online-Marketing, Marketing

Aktuell

Meistgelesen