29.08.2013 | Top-Thema Obamas 1x1 des digitalen Dialogs

Aktivierung als Herausforderung

Kapitel
Eine Herausforderung für die deutschen Parteien ist die Aktivierung der eigenen Basis.
Bild: Bundesregierung/Denzel

Auch wenn die gesellschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen keine vollständige 1:1-Umsetzung nach amerikanischem Vorbild erlauben, sind die digitalen Potenziale noch nicht vollständig ausgeschöpft.

Insbesondere die Einbeziehung der eigenen Unterstützer und die Aktivierung von deren Peer-Group bleiben aus. So misslingt auch der Versuch der SPD, die eigene Basis stärker zu motivieren. Die eigens eingerichtete Website für "peer-steinbrueck.de" steht unter dem Motto "Mitmachen" und verlinkt zwar auf die Facebook-Seite des Kandidaten, kann dort aber nur wenig Interaktion generieren. Angela Merkel kommt hier mit Kanzlerbonus zwar auf einen erfolgreicheren Wert von 326.000 Likes, gleichzeitig stehen in aktuellen Berichten über den CDU-Wahlkampf eher klassische Aspekte im Vordergrund.

Seit Januar konzipiert brisanterweise der ehemalige Wahlkampfhelfer Gerhard Schröders die Aktivitäten und die Medien berichten vor allem über das neu eingerichtete "Deutschlandzimmer" in der Berliner CDU-Zentrale, die Webseite und Events. Soziale Medien stehen scheinbar auch hier nicht im strategischen Fokus. Vielmehr wurde jüngst als Negativbeispiel über den wundersamen Anstieg von 5.000 Twitter-Followern der @cdu_news diskutiert, der die CDU binnen weniger Tage auf denselben Follower-Stand wie die SPD bringen sollte. Die offensichtliche ausländische Herkunft der Accounts führte allerdings prompt zur Bereinigung durch Twitter.

Abseits dieses kleinen Bonmots bleibt der Effekt der Online-Kampagnen aber insbesondere deshalb relativ gering, da ein konsequentes Testen und Adaptieren der Botschaften fehlt. Schlussendlich lässt der hiesige digitale Wahlkampf auch eine systematische Analyse der gewonnenen Daten vermissen. Die Chance zur Gewinnung von echten Insights, die dann in konkrete, maßgeschneiderte Direktmarketingaktivitäten umgesetzt werden könnten, wird so nicht ausreichend genutzt. Für Parteien gilt es, digitale Kanäle intelligenter und direkter zu nutzen, um neue Wählerpotenziale zu erschließen und sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.

Schlagworte zum Thema:  Kundenbindung, Dialogmarketing, Social Media, Online-Marketing, Marketing

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