02.11.2015 | Serie Social Media Marketing

Neue Zahlen sind da – Die Online-Nutzung in Deutschland

Serienelemente
Zuwächse sind vor allem in der mobilen Nutzung zu verzeichnen.
Bild: Felix Beilharz

In der Onlinebranche wird jedes Jahr im Herbst die ARD-ZDF-Onlinestudie mit Spannung erwartet. Sie gilt als eine der aussagekräftigsten und repräsentativsten Untersuchungen zur Internetnutzung. Vor einigen Tagen war es wieder soweit: die neuen Zahlen  für 2015 wurden veröffentlicht.

Zentrales Ergebnis: Die Internetnutzung wächst nur noch langsam. In Deutschland nutzen 79,5 Prozent das Internet zumindest gelegentlich, im Vergleich zu 79,1 Prozent im Vorjahr. Hier scheine eine gewisse Sättigung einzutreten, was natürlich irgendwann zu erwarten war.

Das Wachstum wird übrigens ausschließlich von den älteren Semestern getragen. Unter 19 sind nach wie vor 100 Prozent der Nutzer online. In den Gruppen darüber stagniert die Nutzung oder geht leicht zurück, im statisch erwartbaren Schwankungsbereich. Einzig die Generation 60+ legt einen sauberen Nutzungssprung hin, von 45,4 Prozent auf 50,4 Prozent. Damit ist jetzt jeder zweite Senior mindestens gelegentlich online. Gute Nachrichten also für alle Unternehmen, die sich überwiegend an ältere Kunden richten.

Zuwächse sind vor allem in der mobilen Nutzung zu verzeichnen. Die Gruppe, die zumindest gelegentlich mobil online geht, steigt seit Jahren stetig an, zuletzt wieder um fünf Prozent. Im Gegensatz zur stationären Internet-Nutzung wird diese Entwicklung aber von den jüngeren Nutzern getrieben. Hier bestehen große Wachstumsraten in der Gruppe der 30-49-jährigen. Ältere Nutzer tun sich nach wie vor schwer mit den mobilen Endgeräten. Das dürfte nicht zuletzt an kleinen Displays, wenig bedienerfreundlichen Touchscreens und unverständlichen Konfigurationen vieler Smartphones liegen. Im Ergebnis nutzen jedenfalls nur 32 Prozent der über 50-Jährigen und nur 15 Prozent der über 70-Jährigen das mobile Internet. Auch das zuletzt starke Wachstum in diesen Segmenten ist wenigstens vorrübergehend gestoppt. Hier warten also vor allem Herausforderungen auf die Hersteller von Hard- und Software, endlich wirklich seniorenfreundliche Anwendungen und Geräte zu produzieren.

Auch die weiteren Ergebnisse der Onlinestudie sind lesenswert. Hier noch einige Facts in Kürze:

  • Audio-Inhalte sind im Kommen. Sowohl Streaming als auch Podcasts und andere Formate nehmen zu. Radio verlagert oder verlängert sich zunehmend ins Netz.
  • Videos sind allgegenwärtig. 98 Prozent der Erwachsenen bis 49 Jahre nutzen zumindest selten Bewegtbildinhalte, überwiegend Portale wie YouTube. Auch die Mediatheken und zeitversetztes Fernsehen sind endlich massenfähig geworden. Im Video liegt ganz klar die Zukunft des Marketings.
  • E-Mails und Suchmaschinen bleiben die meistgenutzten Anwendungen im Internet. So entwickeln sich die E-Mail-Marketing-Kennzahlen.
  • Nur zwei Prozent der Deutschen nutzen Twitter mindestens wöchentlich. Der Großteil davon ist unter 29 Jahren.
  • Instagram hat extrem aufgeholt. Neun Prozent nutzen diesen und ähnliche Dienste wöchentlich, bei den unter-29-Jährigen jeder vierte. Welche Inhalte auf Instagram funktionieren, lesen Sie hier.

Es bleibt also spannend im Netz. Auch wenn sich manche Wachstumsraten naturgemäß verlangsamt haben, ist und bleibt das Internet ein fester, wenn nicht gar zentraler Bestandteil im Leben der meisten Deutschen. Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Autor:

Felix Beilharz ist Experte für Online- und Social Media Marketing. Er berät und trainiert Unternehmen, Organisationen und öffentliche Einrichtungen und ist als Keynote Speaker europaweit tätig. Er arbeitet als Autor und Co-Autor und ist als Dozent an drei Hochschulen tätig.

Regelmäßig veröffentlicht er Artikel und Videos bei Facebook und in seinem Blog.

Schlagworte zum Thema:  Mediennutzung, Online-Marketing, Mobile Marketing, Social Media, Social Media Marketing

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