| Interview mit Dirk Kraus

"Mobile Werbeformate sind mittlerweile in höchstem Maß personalisierbar"

"Wir gehen davon aus, dass bis 2020 nahezu 70 Prozent des Werbeinventars programmatisch gehandelt werden."
Bild: YOC

Der größte Vorteil von Mobile Advertising, die buchstäbliche Nähe zum Kunden, ist auch ihr größter Nachteil. Denn Adblocking droht. Yoc-Vorstand Dirk Kraus erklärt im Interview mit acquisa, wie aus mobiler Werbung eine Win-Win-Situation wird.

Mobile hat den Durchbruch endgültig geschafft. Was unterscheidet Mobile Advertising  von "klassischem" Online-Marketing?

Dirk Kraus: Der große Vorteil von Mobile Advertising im Gegensatz zum "klassischen" Online-Marketing ist die persönliche Nähe zu den Nutzern. Mobile Werbeformate sind mittlerweile in höchstem Maß personalisierbar. Dies gilt zum Beispiel für Apps, die ein User nach eigenem Gusto gewählt und installiert hat. Außerdem werden die Nutzer den ganzen Tag lang von ihrem Smartphone "begleitet". Sie nutzen ihre Endgeräte in allen erdenklichen alltäglichen Situationen. Aus den daraus gewonnenen Informationen bietet sich für Werbetreibende (Advertiser) die Möglichkeit, ihre Zielgruppe gezielt anzusprechen. Für Nutzer hingegen bedeutet dies, dass ihnen Werbung angezeigt wird, die für sie interessant ist. Der Vorteil für Publisher (Media-Owner) ist, dass sie ihr mobiles Werbeinventar maximal auslasten können. Eine Win-Win Situation für alle Beteiligten also.

Wird irgendwann nahezu jede (digitale) Werbeausspielung programmatisch sein?

Kraus: Derzeit werden in Deutschland schätzungsweise 25 Prozent des Werbeinventars online und mobile programmatisch gehandelt. Wir gehen davon aus, dass es bis 2020 nahezu 70 Prozent sein werden. Der Kontakt zwischen Werbetreibenden, Publishern und Technologieanbietern wie Yoc wird weiter der Treiber von Mobile Advertising sein – ob mit oder ohne Programmatic. Ein Zukunftsszenario könnte sogar sein, dass Yoc 2020 ausschließlich Private Deals mit seinen Advertising-Technologien handelt.

Was sehen Sie als Königsweg im Umgang mit Adblocking?

Kraus: Wo es Werbung gibt, gibt es Versuche diese zu umgehen. Dem wirken wir entgegen, indem wir daran arbeiten, Werbung mittels unserer innovativen Werbeformate attraktiv, interessant sowie interaktiv zu machen, so dass der Nervfaktor, der für die Installation von Adblockern verantwortlich ist, wegfällt. Wir entwickeln für unsere Kunden Werbebotschaften, die relevant sind und Spaß machen. Wir konzentrieren uns zudem auf Strategien, die Werbefläche unserer Publisher mit Rücksicht auf die Nutzer auszulasten.

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Schlagworte zum Thema:  Mobile Marketing, Dmexco, Dialogmarketing, Online-Marketing, Werbung

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