11.12.2013 | Serie Suchmaschinenoptimierung

Kommentar: Wie das Smartphone die Suche verändert

Serienelemente
Mobile verändert SEO radikal.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Das Thema Mobile ist seit geraumer Zeit in aller Munde, auch bei SEOs. Doch wie verändert das Smartphone die Suche? Die Antwort lautet: radikal.

Es bedarf keines Orakels, um die Zunahme mobiler Suchanfragen zu prophezeien. Der Siegeszug des Smartphones ist längst nicht mehr aufzuhalten, in nur zwei, drei Jahren könnte die mobile Suche bereits die stationäre überflügeln. Um die Auswirkungen zu verstehen, sind zunächst die grundsätzlichen Unterschiede zwischen beiden Varianten festzuhalten.

Grundlegende Unterschiede zwischen Desktop und Mobile

Zunächst ist natürlich die Anzeigeart eine ganz andere. Während man an einem stationären Gerät mit ausreichend großem Bildschirm und Bildschirmauflösung in Abhängigkeit von Adsense-Werbung durchschnittlich zwei bis sechs Ergebnisse der organischen Suche bei Google angezeigt bekommt, ohne scrollen zu müssen, sieht es bei der mobilen Suche anders aus. Hier sehen Sie direkt nach der Suche sehr wenige organische Treffer. Im Extremfall bekommen Sie sogar keine Ergebnisse aus der organischen Suche angezeigt, sondern eine Mischung aus Google Places, Adwords und anderen Informationen wie beispielsweise das Wetter. Erst darunter sehen Sie - wenn Sie scrollen - die organischen Treffer. Für Webseitenbetreiber ist das ein ganz klarer Nachteil. Auch die Darstellungsform der mobilen Ergebnisse ist leicht anders. So hat die Meta-Description zum Beispiel nur noch rund 110 Zeichen (in Abhängigkeit von der Bildschirmgröße!).

Dass Google immer mehr auf standortbasierte Suchergebnisse setzt, ist kein Geheimnis. In der mobilen Suche sind diese Auswirkungen noch extremer, auch, weil lokale Suchanfragen viel öfter über Smartphones kommen. Das bedeutet: Es gibt keinen einheitlichen Index mehr, sondern tausende standortbasierte Indices. Der Trend geht eindeutig weg von den bekannten SEO-Phrasen wie „Ich bin bei Keyword XY auf Platz Eins“.

Die Suche ändert sich dank Smartphones

Die eigentliche Revolution steckt aber in der Art der Suchphrasen. Das hängt wiederum stark damit zusammen, wie sie getätigt werden. In Zeiten von Siri ist die Sprachsteuerung auf jedem Smartphone einsatzbereit. Nicht nur das: Das Mikrofon-Symbol für die Spracheingabe befindet sich bei vielen Smartphones direkt neben dem Suchfenster. Warum also mühsam eintippen und nicht einfach den Befehl verbal vortragen? So funktioniert die Suche jetzt schon auf Smartphones und dieses Feature wird auch immer mehr verwendet. Übrigens: Auch auf PCs setzt Google immer mehr auf Voice-Commands.

Was bedeutet das für die Suche? Da Sprechen einfacher ist als Tippen, werden sich die Suchanfragen verlängern. Das läuft konträr zum bisherigen Mobile-SEO-Trend, der besagt, dass Suchanfragen auf Smartphones immer kürzer sind, da Tippen auf dem Smartphone anstrengender sei als auf einem richtigen Computer.

Mit einer Sprachsteuerung sind aber ganze Sätze keine Seltenheit mehr. Insgesamt werden Longtail-Suchbegriffe (also spezifischere, komplexere Suchphrasen) drastisch zunehmen. Die Folge wird sein, dass es immer unrentabler wird, nur auf wenige Keywords zu optimieren. Generell wird die Content-Optimierung immer schwieriger, da es immer mehr unterschiedliche Keywords geben wird. Diese Entwicklung verlangt aber auch von der Suchmaschine Höchstleistungen. Google wird semantisch noch klüger werden müssen, wenn die Suchmaschine zukünftig auch bei Sätzen gute Suchergebnisse liefern will. Denn nur wenn auch das Suchergebnis befriedigend ist, wird auch anders gesucht werden. Google muss also erst die Grundlagen schaffen, um dem jahrelang antrainierte Muster von verkürtzen Suchanfragen entgegenzuwirken. Betrachtet man Googles derzeitige Bemühungen, die sich ins Sprüchen wie "Things statt Strings" manifestieren, geht Google hier in die richtige Richtung.

Fazit – Mobile SEO wird anspruchsvoll

Mobile SEO wird zunehmend schwieriger werden. Die Herausforderung, in Zukunft sowohl Mobile als auch Desktop zu bedienen, wird SEO verändern. Eine „State of the Art“ mobile Seite mit Responsive Design ist nur ein kleiner Teil von Mobile SEO. Die eigentliche Aufgabe wird es sein, dass Suchverhalten der Nutzer genau zu analysieren. Das alleine wird in Zeiten, in denen sich Webseitenbetreiber mit nicht vorhandenen Keywordaten („not provided“) herumschlagen müssen, sicher nicht einfacher.

Findet man tatsächlich noch profitable Keywords, kommt der nennenswerte Traffic auf Smartphones, im Gegensatz zur Desktop-Variante, nicht von den Plätzen Eins bis Fünf, sondern von Position Eins und Zwei. Da sich die Snippets beider Varianten unterscheiden, muss in Zukunft bei der Optimierung der Meta-Daten auch die mobile Variante im Blick von SEOs sein.

Schlagworte zum Thema:  Google, Suchmaschinenoptimierung, Google Plus, Smartphone, Mobile Marketing, SEO, SEM, Suchmaschine, Online-Marketing, Marketing

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