11.07.2016 | Serie Social Media Marketing

Mobile ist Alltag: 9 Learnings über Social Media

Serienelemente
Social ist King und Mobile Alltag: Was in Sachen Social-Media-Marketing gerade wichtig ist.
Bild: Fotolia LLC.

Anfang Juli fand in Köln die zweite "hashtag.business" Social-Media-Konferenz statt. 160 Teilnehmer, elf Speaker und jede Menge Social-Media-Tipps. Wir bringen die neun wichtigsten Erkenntnisse.

#1. Berühmt sein im Social Web ist wichtig

Der Satz "Berühmt sein auf Facebook ist wie reich sein bei Monopoly" ist im Social Web extrem viral geworden – aber Blödsinn. Zumindest wenn man es anstrebt, aus der Berühmtheit auch Kapital zu schlagen. Natürlich ist es sinnvoll, sich eine große Followerschaft bei Facebook, Twitter, Youtube oder Instagram aufzubauen. Je relevanter die Abonnenten für das eigene Geschäft ist, desto größer sind auch die monetären Potenziale, die sich daraus ergeben. Der oben zitierte Satz ist zwar beliebt, aber leider nicht richtig.

#2. Nicht Content ist King, sondern Social ist King

Natürlich spielt Content im Social Web eine zentrale Rolle. Im Vordergrund sollte aber der soziale Aspekt, also der Aufbau einer Beziehung, die Vernetzung und der Austausch stehen. Das gelingt aber anonymen Marken schwerer, weshalb es sich lohnt, Persönlichkeit und Gesicht zu zeigen.

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#3. Auch eine Marke muss sich im Social Web nicht alles gefallen lassen

Die Dreistigkeit mancher Social-Media-Nutzer ist legendär. Da wird gepöbelt und geflamed, was das Zeug hält. Wegen kleinster Anlässe werden Unternehmen teilweise richtiggehend beschimpft. Nic Lecloux, Mitgründer von True fruits, berichtete von einem Fall, bei dem sich ein Nutzer via Facebook beschwerte, er fühle sich "verarscht", weil es True fruits nicht im Supermarkt seines Vertrauens gebe. Zwar keine Beschimpfung, aber etwas zu groß ist das hier aufgemachte Fass dennoch.
True fruits antwortet auf solche Beiträge mit den gleichen Mitteln. Wer nett ist, wird nett behandelt. Wer frech postet, bekommt auch einmal eine entsprechende (ironische/spöttische) Antwort zurück. Immer auf Augenhöhe mit den Nutzern. Es spricht nichts dagegen, sich seine Community etwas zu erziehen.

Social-Media-Marketing: Snapchat, aber richtig

#4. B2B sollte eher B2H heißen

Social-Media-Marketing im B2B-Sektor wird immer noch oft als "geht nicht" oder "bringt nichts" angesehen. Dabei liegen gerade hier enorme Potenziale. Eine Branche, die über Jahrzehnte mit Netzwerkveranstaltungen, Konferenzen, Messen und ähnlichen Plattformen zu tun hatte, soll plötzlich mit digitalen Netzwerken nicht mehr funktionieren?
Maria Seywald von Krones sieht das völlig anders. Der Maschinenbauer nutzt eine breite Palette von Social-Media-Plattformen und ist stets am Puls der Zeit. Denn immerhin sitzen am anderen Ende des Kabels keine Roboter, sondern Menschen. Und die wollen informiert, unterhalten oder einfach angesprochen werden. Und genau so sieht dann auch der Content-Mix von Krones aus. Eben so, als ob man mit Menschen und nicht mit "Business" spricht. Business to Human also = B2H

#5. Wer Snapchat nutzt, sollte es richtig tun

Snapchat ist als Social Media Shootingstar in aller Munde. Immer mehr Unternehmen wagen sich an die App heran. Aber nur wenige verstehen, wie Kommunikation auf Snapchat aussehen sollte. Rewe geht hier im Arbeitgebermarketing mit gutem Beispiel voran.
So wurde der Snapchat-Auftritt zum Beispiel auch schon von Mitarbeitern übernommen, die dann tageweise über ihren Arbeitsalltag berichteten (Employee Takeover). Aber auch Formate wie eine Frage-und-Antwort-Stunde und Event-Berichte direkt vor Ort schaffen Anreize, Rewe auf Snapchat zu folgen. Dabei sollten die verantwortlichen Mitarbeiter wirklich Lust auf den Kanal haben und sich mit den Möglichkeiten auskennen. Trockenes Abarbeiten nach Dienstplan funktioniert auf Snapchat nicht.

#6. Snapchat bietet die volle Aufmerksamkeit

Auch Christoph Assmann von Sixt berichtete unter anderem von Snapchat. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass der Nutzer beim Konsumieren von Snaps der App seine volle Aufmerksamkeit widmet, da der Inhalt den kompletten Bildschirm einnimmt. Die kurzen Clips und Fotos kommen auch der sich ständig verkürzenden Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer entgegen.
Auch der Aufwand ist für Snapchat relativ gering. Es ist außer einem Smartphone keine Technik nötig, die Inhalte werden "on the fly" erstellt. Dafür fallen natürlich auch gewohnte Prinzipien wie Korrekturschleifen oder Freigabeprozesse weitgehend weg.

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#7. Schleichwerbung lauert überall im Social Web

Rechtsanwalt Niklas Plutte hatte die Aufgabe, sich von der rechtlichen Seite dem Thema anzunähern und hat sich für den Themenkomplex Schleichwerbung entschieden. Und tatsächlich lauern hier jede Menge Abmahnfallen. Grundsätzlich muss jeder werbliche Post, für den der Poster eine Gegenleistung erhalten hat, entsprechend gekennzeichnet sein. In der Praxis ist das allerdings kaum zu sehen.
Für die Kennzeichnung reichen Worte wie "Sponsored" oder "Sponsored Post" wohl nicht aus. In Deutschland dürften nur "Werbung" oder "Anzeige" wirklich rechtssicher sein.

Mobile ist kein Trend, sondern Alltag

#8. "Branded Content" auf Facebook ist Schleichwerbung

Die neue Funktion Branded Content ermöglicht Influencern auf Facebook, Posts zu erstellen und Marken-Fanpages im Post zu verlinken. Die Unternehmen erhalten dann Zugriff auf die Insights des Posts, können also Daten wie Reichweite, Interaktionen oder negatives Feedback sehen. Außerdem kann das Unternehmen eine Facebook-Ad für den Post des Influencers anlegen, was ohne diese Funktion nicht möglich ist.
Allerdings sieht der Nutzer im Post des Influencer nur den Hinweis "mit [Marke]". Dass es sich dabei um einen werblichen Post handelt, geht daraus nicht hervor. Eine weitergehende Kennzeichnung als Werbung fehlt. Die Nutzung der Branded-Content-Funktion ohne einen weiteren Werbehinweis ist daher ebenfalls Schleichwerbung, zumindest dann, wenn der Influencer von der Marke dafür entlohnt wurde.

#9. Mobile ist kein Trend mehr, sondern Alltag

Der letzten Vortrag kam von Facebook-Account-Manager Ruben Schultz, der noch am Morgen der Konferenz seinen gebrochenen Arm in Gips gelegt bekam. Er sprach vor allem über die mobile Nutzungsweise. Smartphones sind dabei mittlerweile so allgegenwärtig, dass schon lange nicht mehr von einem Trend gesprochen werden kann. Erschreckender Weise haben nur wenige Unternehmen (etwa ein Drittel) bisher eine mobile Strategie für ihr Marketing ausgearbeitet.
"Mobile first" sollte daher das Motto aller Marketingaktivitäten lauten. Facebook hat das schon lange erkannt und erstellt mehr und mehr Plattformen und Inhalte für mobile Endgeräte. Zu nennen sind hier unter anderem Werbeformate wie Canvas Ads oder Lead Ads, aber auch der starke Ausbau des Messengers fällt in diese Kategorie.

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Schlagworte zum Thema:  Mobile, Social Media, Social Media Marketing, Online-Marketing

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