11.07.2012 | Mediennutzung

Parallelnutzung von TV und Internet nimmt zu

Fernsehen heute: Der Laptop auf dem Schoß gehört dazu.
Bild: Haufe Online Redaktion

Fernsehen und dabei im Internet surfen – für viele Deutsche ist das inzwischen eine ganz alltägliche Beschäftigung. Dabei werden einer Studie der Unternehmensberatung Anywab zufolge häufig gezielt Informationen abgerufen, die in direktem Zusammenhang mit den TV-Inhalten stehen.

Laut Studie „Second Screen Zero – Die Macht des zweiten Bildschirms“ surfen 84 Prozent der Internetnutzer zumindest ab und zu während des Fernsehens im Internet. Knapp die Hälfte (49 Prozent) verwendet den zweiten Bildschirm, um nach zusätzlichen Informationen über die TV-Inhalte zu suchen. Mit 55 Prozent ist dieser relativ neue Trend in der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen besonders ausgeprägt (25 bis 39 Jahre: 52 Prozent; 40 bis 49 Jahre: 41 Prozent). Dazu greifen knapp 80 Prozent zum Laptop, 61,6 Prozent zum Smartphone und 16,2 Prozent zum Tablet.

Eine schleichende Revolution
Für Boris von Heesen, Inhaber und Geschäftsführer von Anywab, gleicht das Phänomen Second Screen einer schleichenden Revolution, die das Fernsehverhalten und damit auch das Angebot der Sender mittelfristig verändern wird. Die starke Verbreitung von Smartphones und Tablet PCs bei gleichzeitig steigendem Angebot von mobilen Apps werde die Entwicklung beschleunigen. Die Werbewirtschaft werde daher schon bald nach kombinierten First- und Second-Screen-Lösungen verlangen. Der Internetwirtschaft werde nichts anderes übrig bleiben, als ihre Angebote auf das Fernsehverhalten abzustimmen.

Chance fürs Privatfernsehen
Insbesondere für werbefinanzierte Sender liegt hier eine große Chance, auch wenn sie keine Hoheit über den zweiten Bildschirm haben. Denn die Mehrheit der Second-Screen-Nutzer bevorzugt das Privatfernsehen (RTL: 78,9 Prozent, Pro Sieben: 77,6 Prozent, Sat1: 63,3 Prozent). Die Internetwirtschaft bietet mit Social-TV-Lösungen schon jetzt auf das Fernsehprogramm abgestimmte Online-Angebote an. Mittelfristig werden aber auch Google, Facebook oder Amazon reagieren müssen. Für die Second-Screen-Studie waren deutschlandweit 2.000 Internetnutzer zwischen 14 und 49 Jahren befragt worden.

Schlagworte zum Thema:  Mediennutzung, Fernsehen, Internet, Surfen

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