14.07.2014 | Mediennutzung

Multi-Screen-Nutzung schreitet voran

Nur noch 20 Prozent der Bundesbürger schenken dem Fernseher ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Nachfrage nach Inhalten steigt. Und weil das Fernsehen den Appetit nach bewegten Bildern nicht mehr allein stillen kann, greift beinahe die Hälfte der Fernsehzuschauer nebenbei zu einem weiteren digitalen Endgerät. Konkrete Zahlen dazu liefert eine neue Studie von TNS Infratest.

Weltweit wird ungebrochen gerne und häufig ferngesehen, drei Viertel der Onliner schauen täglich. Die Zunahme an digitalen Endgeräten in den Haushalten verändert die Sehgewohnheiten jedoch nachhaltig. Ein einzelner Screen reicht vielen heute nicht mehr aus, deshalb greifen sie parallel zu weiteren digitalen Endgeräten. Genaue Zahlen dazu liefert die Studie "Connected Life" des Marktforschers TNS, der dafür mehr als 55.000 Interviews weltweit geführt hat. Demnach ist jeder zweite Fernsehzuschauer (48 Prozent) vor dem TV gleichzeitig mit einem anderen Gerät beschäftigt. Und Multi-Screening, davon sind die Experten überzeugt, wird sich fortsetzen. Zu den Parallelbeschäftigungen gehören Aktivitäten in den sozialen Netzwerken, das Abfragen und Beantworten von E-Mails und der Einkauf in Online-Shops.

Weltweit besitzt jeder Onliner durchschnittlich vier digitale Endgeräte. In Deutschland, Australien und Großbritannien sind es sogar fünf. Dies, kombiniert mit der hohen Nachfrage nach TV- und Videoinhalten, treibt das Multi-Screening weiter voran. Ein Viertel (25 Prozent) der Weltbevölkerung sieht TV-Shows auch auf PCs, Laptops, Tablets und Handys. In Ländern wie China und Singapur, wo tablet-große Mobiltelefone (Phablets) beliebt sind, steigt dieser Wert sogar auf rund ein Drittel an.

Die Nutzung traditioneller TV-Geräte bleibt dabei ungebrochen groß. Noch 76 Prozent der Befragten schauen sogar während des Abendessens fern. In Deutschland ist der Parallelkonsum beim Essen zwar etwas weniger ausgeprägt, dafür schenken hierzulande 20 Prozent der Bürger dem TV ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und lassen sich von einem weiteren Gerät nicht ablenken.
Dennoch ist für Matthew Froggatt, Chief Development Officer bei TNS, die ausschließliche TV-Nutzung ein Auslaufmodell. Die Liebe zum traditionellen Fernsehen bleibe zwar ungebrochen, Werbetreibende müssten sich dennoch auf die sich verändernden Sehgewohnheiten einstellen. Online-Geräte böten vielfältige Möglichkeiten, um zusätzlich auf TV- und Video-Inhalte zuzugreifen. Markenhersteller müssen bei der Werbung deshalb auf integrierte Online-Ansätze zugreifen, um die Verbraucher zu erreichen.

Schlagworte zum Thema:  Mediennutzung, Online-Marketing, Mediaplanung, Werbung, Marketing

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