20.04.2015 | Online-Marketing

Online-Marketer ambivalent gegenüber dem Internet der Dinge

Wenn der Kühlschrank sich selbst befüllt, macht das manchen Angst.
Bild: Paul-Georg Meister ⁄

Maschinen, die miteinander kommunizieren, Kühlschränke, die selbst nachbestellen – das Internet der Dinge gilt als nächste Stufe der technischen Evolution. Ausgerechnet Online-Marketer stehen dieser Entwicklung ambivalent gegenüber. Das hat eine Studie von Eprofessional ergeben. 

Wenn Maschinen sich miteinander unterhalten, um Menschen das Leben zu erleichtern, scheint dies eine äußerst praktische Entwicklung. So denken aber offenbar nicht alle. Zwei Drittel der von Eprofessional für die Studie "Tracking der Zukunft" befragten 133 Online-Marketer sind skeptisch oder lehnen die Nutzung dieser neuen Technologie sogar ab. Paradox: 57 Prozent sind auch der Meinung, dass solche Dienste die Lebensqualität verbessern.

Die Skepsis betrifft die Freigabe persönlicher Daten: 79 Prozent möchten Informationen über ihr Fahrverhalten nicht auf fremden Servern wissen, 63 Prozent haben Bedenken bei der Herausgabe eigener Gesundheitsdaten wie Pulsmessung, Schlafphasen oder Blutzuckerspiegel. Besonders unsicher sind die Marketer bei Geräten wie Google Glass oder Apple Watch. 42 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie diese technischen Neuerungen selbst nutzen wollen.

Ben Prause, Geschäftsführer des Performance-Marketing-Dienstleisters Eprofessional, sieht hierin einen weiteren Beweis für die Zurückhaltung der Deutschen, wenn es um technologische Innovationen geht. Offenbar könnten sich nicht einmal jene Bundesbürger, die in diesem Umfeld arbeiten, ganz davon befreien.

Trotz aller Skepsis glaubt mehr als die Hälfte der Werber, dass das Internet der Dinge die Lebensqualität verbessern wird. 57 Prozent würden Smart-Home-Geräte nutzen, um Beleuchtung, Heizung oder Elektrogeräte via App steuern zu können. Insbesondere dann, wenn sich dadurch Energiekosten sparen lassen. In diesem Fall würden 80 Prozent persönliche Daten an Haushaltsgeräte weitergeben. Ebenso offen sind sie gegenüber Standortinformationen (75 Prozent) und Informationen aus und über die Umgebung (70 Prozent).

Noch handelt es sich jedoch um Zukunftsmusik, denn nach Einschätzung der Online-Experten ist nur ein Drittel der Unternehmen aktuell oder in absehbarer Zeit in der Lage, die Daten aus dem Internet der Dinge zu verarbeiten. Prause sieht deshalb aus Unternehmenssicht noch ausreichend Zeit, um die Bedenken ernst zu nehmen und den offenen Dialog mit den Kunden zu starten. 


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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Digitalisierung, Internet der Dinge, CRM

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