Aufgrund falscher Tools und falscher Prioritäten schaffen es deutsche Marketer nicht, die richtigen Personen zu erreichen. Bild: Comstock Images, a division of JupiterImages Corporation

Mit ihren Kampagnen schaffen es deutsche Marketer nicht, die richtigen Personen anzusprechen. So das Ergebnis einer neuen Studie von Marketo. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass ihre bereits bescheidene Selbsteinschätzung von der Realität sogar noch weit entfernt liegt.

Verbraucher erwarten von Marken an jedem Touchpoint mit relevantem Content angesprochen zu werden. Doch die Realität sieht offenbar anders aus. Nur 55 Prozent der befragten Marketer halten ihre Kampagnen für geeignet, um die richtigen Personen anzusprechen. Doch selbst diese zurückhaltende Annahme ist offenbar noch zu hoch gegriffen, denn von den befragten Konsumenten teilen gerade mal 39 Prozent diese Einschätzung. Und weiter: Obwohl 82 Prozent der Marketer davon überzeugt sind, dass sie genau wissen, wie Kunden angesprochen werden wollen, sind mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Ansicht, dass nicht ausreichend auf ihre Wünsche eingegangen wird.

Kunden wollen Content mit Spaßfaktor und Relevanz

Damit schneiden deutsche Marketer deutlich schlechter ab als ihre Kollegen in den USA, Großbritannien und Frankreich. Die Studienautoren führen dies darauf zurück, dass hiesige Marketer und ihre Abteilungen sich nicht auf die richtigen Tools, Daten und Erkenntnisse konzentrieren. Außerdem würden Engagement-Tools in den USA bereits deutlich länger eingesetzt – mit entsprechend mehr Erfahrung.

Kundenwünsche spielen eine untergeordnete Rolle

Zudem hat die Studie ergeben, dass die Kundenwünsche eine untergeordnete Rolle für das Investment in die Customer-Engagement-Strategie spielen. Die Pflege bestehender Kundenbeziehungen ist für lediglich 64 Prozent der befragten deutschen Marketer wichtig. Wichtiger sind die strategischen Ziele der Geschäftsführung (50 Prozent) und die Hoffnung auf Vorteile gegenüber der Konkurrenz (52 Prozent).

Um die Kundenansprache und damit auch das Customer Engagement zu verbessern, müssen neue Tools her. 48 Prozent der Marketer sehen darin ihre aktuell größte Hürde. Typische Probleme: Passende Tools fehlen, die vorhandene Technologie ist zu komplex oder es sind zu viele Tools parallel im Einsatz.

Für die Studie mit dem Titel „State of Engagement“ wurden mehr als 1.100 Marketingverantwortliche aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Frankreich sowie 1.000 Verbraucher aus den USA und Großbritannien befragt.

Personalisierte Kundenansprache: Wie Künstliche Intelligenz sie verbessern kann

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Werbung, Online-Marketing

Aktuell
Meistgelesen