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Social Media im Marketing-Mainstream angekommen

Das B2B-Special der Social Media Conference erfreute sich regen Interesses.
Bild: Neue Mediengesellschaft Ulm

Social Media ist Mainstream geworden im Marketing, und gewinnt auch im B2B-Bereich stark an Relevanz: Diesen Eindruck dürften die rund 150 Teilnehmer der fünften Social Media Conference mitgenommen haben.

Hatten die Social-Media-Verantwortlichen vor zwei, drei Jahren noch mit Rechtfertigungsdruck und massiven ROI-Diskussionen zu kämpfen, so scheinen mittlerweile die klassischen (Direkt)marketing-Kanäle in der Defensive geraten zu sein. Diesen Eindruck konnte man auf der Social Media Conference in Hamburg gewinnen. Gleich mehrere Referenten fragten im Laufe des Kongresses nach den Öffnungs- und Konversionsraten von gedruckten Werbemitteln. Andere wie Bonprix und Payback bestätigten, tendenziell weniger in klassisches Marketing zu investieren. Allerdings sind meist Werbeinvestitionen erforderlich, auch in anderen Kanälen, um Social-Media-Auftritte wirklich bekannt zu machen. 

Hauptgrund für die Aufbruchstimmung in den Social-Media-Abteilungen: Immer mehr Marketingverantwortliche haben erkannt, dass sie dorthin gehen müssen, wo die Kunden sind (nämlich in sozialen Netzwerken), nicht umgekehrt. Die Unternehmen müssten kundenzentriert denken und von ihrer Kanalfokussierung wegkommen, so Kathrin Haug von Mindwyse. Oder wie Dr. Martin Oetting von Trnd es formulierte: Es gehe nicht darum, von den Kunden geliked zu werden, sondern die Kunden zu mögen. Zumal diese gar nicht schlecht über Unternehmen reden wollten. Dies berichteten auch andere Redner. Das Thema Shitstorm spielte daher kaum eine Rolle in den insgesamt über 30 Vorträgen. 

Ganz wichtig ist, die eigenen Mitarbeiter mitzunehmen. Dies betonte unter anderem der frühere Dell-Mann Michael Buck. Besonders komme es auf das mittlere Management an und darauf, das Silodenken aufzugeben. Im Prinzip beginne Social Media intern.

Vor Probleme stellt Unternehmen laut mehrerer Referenten noch der Versuch, Social Media mit CRM zu verbinden. Eine besondere Herausforderung sei demnach die Struktur der Daten aus Social Media, die zu vielen CRM-Systemen nicht passe, so Thomas Tachilzik, Geschäftsführer von Tachilzik Consulting. Bei der Erfolgsmessung kommt es darauf an, die Social-Media-Metriken in Metriken zu übersetzen, mit denen auch die Chefetage etwas anfangen kann.

Weiteres zentrale Thema: Multichannel, und hier insbesondere die Verknüpfung von Ladengeschäft, Mobile und Social Media. Hier spielen Apps natürlich eine zentrale Rolle, aber manchmal tut es auch ein I-Pad, auf dem dem Ladenkunden Produktbewertungen aus dem Internet gezeigt werden. 

Zu vielen Social-Media-Plattformen wurden auch explizite Aussagen getroffen. Der Tenor:  Foren sind in Deutschland weiterhin sehr wichtig, Google+ bislang zu vernachlässigen (relevant ist Google+ allerdings für SEO). Pinterest wird von Anbietern wie Bonprix mit großem Interesse verfolgt und die Erfolgsaussichten von F-Commerce wurden mehrheitlich verhalten gesehen. 

Dass Social Media auch im B2B-Bereich funktioniert, betonte Michael Buck bereits am ersten Kongresstag. Die Belege dazu wurden am B2B-Tag der Veranstaltung geliefert, der sich eines ebenso großen Interesses erfreute wie die B2C-Veranstaltung. Allerdings fühlten sich einige Teilnehmer an die Themen und Diskussionen erinnert, die vor zwei oder drei Jahren im B2C-Bereich geführt wurden. Eine Besonderheit stellt allerdings das Thema Recruiting dar, das für viele B2B-Unternehmen offenbar bereits jetzt eine besondere Dringlichkeit gewonnen hat. Die Palette der Kommunikationsstrategien ist breit: Während manche Firmen bewusst auf jegliche Selbstdarstellung verzichten, indem sie sich auf ihr Thema konzentrieren, punkten andere bei ihren Kunden mit möglichst authentischen und unterhaltenden Blicken hinter die Kulissen.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, E-Commerce, Mobile Marketing, Social Commerce, Online-Marketing

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