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Social Media zwingt Marketing zu mehr Flexibilität

Das Marketing sollte neu aufgestellt werden.
Bild: designritter ⁄

Drei Viertel der Top-Manager sind überzeugt, dass soziale Medien über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden. Das klassische Marketing muss entsprechend angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommt das „Social Media Think Lab“ von Roland Berger und der Lehrstuhl für Marketing der Uni Münster.

Die Spielregeln des Marketings verändern sich radikal, so das Fazit von Björn Bloching, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. Traditionelles Marketing funktioniere nur in eine Richtung: vom Massenmedium zum Konsumenten. Über soziale Netzwerke laufe die Kommunikation hingegen in verschiedene Richtungen, wobei sich alle mit allen unterhielten und so die öffentliche Meinungsbildung über Produkte und Themen beeinflussten. Dies führe zu komplett neuen Spielregeln. So seien es heute nicht allein die Unternehmen, die mit den Verbrauchern kommunizierten, sondern auch die Verbraucher untereinander tauschten sich aus. Ein Phänomen, das die Steuerung der Kommunikation erschwere, so Bloching.

Flexibilität ist gefragt

Mittlerweile besuchen 1,4 Milliarden Nutzer jeden Monat die 15 wichtigsten Social-Media-Plattformen, die Zahl der Neuanmeldungen auf Twitter liegt sogar bei einer Million pro Tag. Durch diese weltweite Vernetzung hat sich das Kaufverhalten der Verbraucher radikal geändert: 90 Prozent der Einkäufe werden aufgrund von Empfehlungen getätigt, veröffentlich in Social Media. Wie einflussreich diese Netzwerke sein können, zeigt eine Studie, die Roland Berger in Zusammenarbeit mit der Universität Münster durchgeführt hat. Analysiert wurde die Kinovermarktung über soziale Medien in Nordamerika. Ergebnis: Bis zu 30 Prozent der Einnahmen – umgerechnet zehn Millionen Dollar – sind demnach auf positive Twitter-Bewertungen zurückzuführen. Um diesem Beispiel zu folgen, müssten Strategien und Geschäftsmodelle jedoch angepasst werden, sagt Bloching. Diese müssten vor allem für mehr Flexibilität und schnelle Reaktionszeiten sorgen, um im Zweifelsfall auch auf negative Beiträge schnell reagieren zu können.

Schlagworte zum Thema:  Dialogmarketing, Social Media, Marketing

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