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Facebook überrascht

Die Euphorie um die Facebook-Aktie ist merklich abgekühlt.
Bild: Facebook, Inc.

Das Gejammer ist groß: Der Aktienkurs von Facebook rauscht in den Keller und plötzlich will keiner gewusst haben, dass auch eine Investition in das mit Abstand wichtigste soziale Netzwerk trotz hunderter Millionen von Kunden mit Risiken behaftet ist.

Dabei sehen die Fachpresse und die interessierte Community die Aussichten von Facebook schon seit längerem nicht nur rosig, es kam mancherorts gar die Erinnerung an die Dotcom-Blase hoch. Jetzt ist die Rede von Täuschung und einer Art Komplott. Wo bleibt da das langfristige Denken? Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass nach wenigen Monaten alles eitel Sonnenschein sein würde. Der Kauf von Facebook-Aktien war und ist eine Wette auf die Zukunft. Facebook hat gute Karten, aufgrund seiner weltweit schon erreichten Größe eine ähnliche Marktführerschaft zu erringen wie Google oder Amazon. Aber an einem stichfesten Geschäftsmodell, das auch die Kunden vulgo Fans abholt, mangelt es weiterhin und das konnte auch jeder wissen, der es wissen wollte. Doch die Börse und die Medien waren dankbar für die Story über den netten jungen Mann im Pullover, der sogar schon vor diesem Monsterbörsengang zu Filmehren gekommen ist. Allerdings darf es gerne alle Anleger nachdenklich stimmen, dass nach dem Ende der Haltefrist eine große Zahl an Aktien auf den Markt geworfen wurde. Oder wie sagte der Sänger der britischen Metalband Iron Maiden schon Ende Mai: „Facebook is not exactly worthless, but worth less than it was yesterday“.

Schlagworte zum Thema:  Social Media

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