25.05.2016 | Serie Kolumne So sehe ich das

Der jährliche Blick in die Glaskugel

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In der heutigen Zeit reicht es in den meisten Branchen nicht mehr aus, sich nur einmal im Jahr Trendüberlegungen und vertiefte Analysen zu machen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Branchen werden dynamischer und Trends wechseln schneller. Die Bewegungen der eigenen Branche und seiner Kunden lassen sich nur noch zeitnah feststellen, wenn man sich sein eigenes Datensilo aufbaut. 

Einmal im Jahr nimmt man sich die Zeit und wagt den Blick in die Glaskugel: Wohin geht die Reise? Mit welchen Trends ist zu rechnen? Wo liegen die Chancen und Gefahren für unser Unternehmen? Interessant finde ich, dass einer der wichtigsten Trends im Marketing gerade darin besteht, diese Frage nicht mehr nur einmal im Jahr zu stellen, sondern permanent. Im Zeichen von Big Data und analytischem CRM werden die Kunden- und Marktdaten laufend ausgewertet, um versteckte Zusammenhänge aufzudecken, Marketingpotenziale zu realisieren, aber auch Trends möglichst früh zu erkennen. Somit liegt also einer der Haupttrends im Marketing 2016 darin, eine eigene Glaskugel zu bauen. Dieser Schritt ist deshalb besonders empfehlenswert, weil es in unserer heutigen dynamischen Zeit in den meisten Branchen nicht mehr reicht, sich nur einmal im Jahr Trendüberlegungen und vertiefte Analysen zu machen. Vielmehr wird ein stetiges "Pulsnehmen" zum wesentlichen Erfolgsfaktor in Zeiten des digitalen Kunden. Leider ist es nun aber so, dass viele Unternehmen bei der Umsetzung Schwierigkeiten bekunden.

Zentrale Erfolgsfaktoren, um eigene Glaskugel zu bauen

Hier in aller Kürze die zentralen Erfolgsfaktoren, welche es zu berücksichtigen gilt: 1. Top-Down-Ansatz mit klarer Definition des zu ermittelnden Kennzahlensets (idealerweise pro Abteilung, Funktion etc.). 2. Beschaffung der Daten in der dafür notwendigen Qualität und vor allem auch Granularität (meistens das größste Problem). 3. Bereitstellen der technischen Infrastruktur (vor allem logische Schnittstellen nicht unterschätzen). 4. Entwicklung einer Kultur, in welcher Daten und Auswertungen als Chance und nicht als Bedrohung erkannt werden. 5. Ergreifen von organisatorischen Anpassungen (z.B. in Form von neuen Stellen wie einem CDO – Chief Data Officer). Zum Schluss noch dieser Tipp: "Think big – start small". Rom ist auch nicht in einem Tag erbaut worden. Es ist wichtiger, erste (positive) Erfahrungen zu sammeln.

Schlagworte zum Thema:  Big Data, CRM, Customer Journey, Kundenbindung

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