26.10.2015 | Serie Kolumne Alles digital

Star Wars: Das Erwachen des Marketing

Serienelemente
Wer wissen möchte, wie Marketing und Merchandising funktionieren, muss sich Star Wars ansehen. Es gibt nichts Vergleichbares.
Bild: Mike Schnoor

Mit Star Wars schuf Hollywood die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten. Kein anderes cineastisches Spektakel konnte mit Merchandising und Vermarktungsrechten ein vergleichbares Zusatzgeschäft generieren. Nach Einschätzung des US-Magazin Forbes dürften bislang 20 Milliarden Dollar für Lizenzen im Produktverkauf und für sonstige Angebote geflossen sein. In wenigen Wochen kommt die lang ersehnte Fortsetzung der ursprünglichen Trilogie in die Kinos. Mit "Star Wars VII: Das Erwachen der Macht" blüht das Marketing zu galaktischer Höchstform auf.

Bereits nach nur einem Tag im Vorverkauf hat "Das Erwachen der Macht" die weltweiten Rekorde gebrochen. In allen Geschäften stehen schon die neuesten Spielzeuge zum Film, damit die Kinder pünktlich im Weihnachtsvorverkauf ihren Eltern mit Engelsstimmchen versprechen können: mit dem neuen schwarz-orangenen X-Wing und den schnittigen TIE-Fightern werden sie besonders brave Sternenkrieger. Oder die Eltern kaufen sich selbst als alte Fans einen laufenden AT-AT. Mal ehrlich, welcher Haushalt hat denn noch kein Lichtschwert, um das Wohnzimmer mit den bekannten Licht- und Soundeffekten zu erhellen?

Merchandising und Marketing at its best

Star Wars bietet Merchandising à la carte und inszeniert sich mit perfektem Marketing, damit die Fanherzen in nahezu jeder emotionalisiert positiven Situation höher schlagen. Nie zuvor wurde ein Film so stark und über so viele unterschiedliche Kanäle beworben. Gemeint sind wirklich alle Kanäle. Denn was als Film mit versionierten Merchandising-Produkten zum Anfassen gedacht ist, funktioniert mittlerweile perfekt im digitalen Weltraum.

Im Internet jagt ein Teaser-Trailer des Films den nächsten. Zuerst waren die Bilder zwar in Kino und TV zu sehen, aber kurz nach der ersten Vorstellung in der vergangenen Woche begeisterte das Disney-Imperium mit dem offiziellen ersten Filmtrailer, der in kürzester Zeit über 40 Millionen Mal angesehen wurde. Hinzu addieren sich die Abrufe der unzähligen Kopien des Videos. Der neueste Gaming-Blockbuster "Star Wars: Battlefront" lässt die Markenfans zu den Waffen greifen, um die Gegner immer wieder auf ein Neues zu vernichten. Passend dazu finden sich Digitalkampagnen, um die Gamer von ihrer eigenen Teilnahme im Sternenkrieg zu begeistern. Sogar die Online-Händler richten, ähnlich wie Sonderflächen im Einzelhandel von Toys'r'Us, eigene Verkaufs-Landingpages für Star Wars 7 ein.

Marketing mit Emotionen und Leidenschaften funktioniert

Mit der Fortsetzung von Star Wars zeigt eine hochgradig professionalisierte Sturmtruppe, dass Marketing mit Emotionen und Leidenschaft funktioniert. Der Marketing-Rummel um das Weltraumepos erfasst dabei jede noch so kleine Nische. Zwar wird nicht jedes schräge Produkt den Weg zum Endkunden finden, aber die Masse aller Artikel und digitalen Services wird ordentlich Geld in die Kassen spülen.

Digital erhitzen die Debatten über die Geschichte die Gemüter. Vor allem die endlosen Kommentare über den Verbleib von Luke Skywalker bescheren extra Zugriffe in allen Foren, was wiederum die klassischen Vermarkter und Mediaagenturen mit statistischer Wärme am Jahresende beglücken wird, wenn die Ad Impressions in die Höhe schnellen. Freuen wir uns auf Star Wars, wenn wir endlich die Macht erleben können, und wie sie Marken-Profiteure und die Konsumenten in ihren Bann ziehen wird.

Autor:

Mike Schnoor ist Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen. In dieser Funktion sorgt er dafür, dass Unternehmen sich im digitalen Wettbewerb richtig positionieren. Seine Erfahrungen aus über 15 Jahren in der Digitalbranche teilt er regelmäßig in Gastbeiträgen für tonangebende Branchendienste und analysiert als Herausgeber von #DigiBuzz – Das Magazin für das Digital Business aktuelle Trends, neue Ideen und Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft. Folgen Sie @MikeSchnoor bei Twitter und lesen Sie sein Blog.

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Merchandising, Digital, Digitale Wirtschaft, Digitalisierung

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